Lorenz Pauli & Kathrin Schärer:
3 Freche Mäuse  - 3 witzige Lese- und Zählgeschichten

Zürich: Atlantis bei Orell Füssli 2013

www.atlantis-verlag.ch

ISBN 978-3-7152-0651-3
112 S * 14,95 € * ab 04 J

 

 

 

 

Wer – außer Kathrin Schärer – noch kann Mäusen einen derart freundlichen Mund geben, indem er/sie eine einfache, schmale, wellige Linie zeichnet? Allein diese Linie ist das Buch wert! Der Rest ist eine wunderbare Zugabe: drei Geschichten über drei Mäuse, vier Tiere mit dem Begriff «Gold» im Namen und eine sehr merkwürdige Fee mit lärmendem Propeller und Hörproblemen.

IEN – INE – ENI – NIE – NEI – EIN

Das Bilderbuch hat ein ungewöhnliches Hoch-Format, sodass die aufgeschlagene Doppelseite etwa einem Quadrat entspricht. Der Text hält sich wunderbar zurück, ist kurz, pointiert, sehr treffend. Er öffnet die Türen für die Bilder und lässt ihnen innerhalb der Geschichten Raum, ihn zu ergänzen oder ein bisschen anders so zu erzählen, dass der feine Humor noch deutlicher wird.

Wir haben in der ersten Geschichte die drei frechen Mäuse vom Titel, denen eine Laune der Natur einige Flecken auf dem Fell mitgegeben hat, die ausschauen wie ein I, wie ein N, wie ein E. Zunächst hat jede einzelne Maus einen Auftritt und zum Ende das gesamte Trio. Eine herrlicher Unsinn!
Die zweite dagegen hat eine Moral, in der Goldhamster, Goldspecht, Goldfrosch und Goldfisch ihrem Namen alle Ehre machen und dem Mammon hinterher rennen, bis sie feststellen, dass der wahre Gewinn im Fair-Sein und im gemeinsamen Handeln liegt.
Damit es aber nicht zu ernst wird, endet das Buch mit einer irrwitzigen Geschichte, abgedreht würden Kinder heute vielleicht dazu sagen. Eine Fee mit lärmendem Propeller, angetrieben von einem knatternden Motor, gibt die Erfüllung von 10 Wünschen frei. Inzwischen ist ihr Gehör allerdings so gestört, dass sie den Wunsch nach einem Pferd mit dem Herbeizaubern eines Herds erfüllt und aus «... dass ich fliegen kann» wird ein «Ziegen-Schwan». Da helfen dann nur zwei ungewöhnliche Wünsche, damit aus dem Feenbesuch doch noch etwas Gutes wird.

 

Hier stimmt also alles. Der guten Idee folgt ein reduzierter Text und Bilder, die vermuten lassen, wie viel Spaß Schärer und Pauli bei der Herstellung gehabt haben müssen.
Der überträgt sich sofort auf alle, die das Buch in die Hand nehmen, schauen, lesen, hören.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en