Satomi Ichikawa:
Das Tomatenfest

Aus dem Französischen von Eva Ziebura
Frankfurt: Moritz 2013

www.moritzverlag.de

ISBN 978-3-89565-256-1
32 S * 12,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Die einfache Erzählung aus Japan könnte auch bei uns spielen: Ein kleines Mädchen pflegt eine Tomatenpflanze und lädt nach der ersten Ernte ihre Eltern zu einem kleinen Fest ein. Oma hilft ihr dabei. In Japan verläuft die Geschichte ebenso, allerdings sind die Einzelheiten ganz anders.

Rote Tomate auf grünem Blatt

Hana ist nicht nur der Name des kleinen Mädchens, er heißt übersetzt auch «Blume». Kurz bevor Sie für einige Zeit zur Großmutter aufs Land gefahren wird, darf sie sich eine Kirschtomaten-Pflanze aus dem Supermarkt kaufen. Bei Oma im Garten hat sie genügend Platz bei den anderen Pflanzen, und die Gerüste aus Bambusstöcken, verbunden mit flachem Band, geben allen genug Halt, müssen allerdings vor dem Taifun noch einmal verstärkt werden. Alles ist geordnet im Garten, alle Arbeiten werden von Oma mit Ruhe und Überlegung ausgeführt. Ihre Kopfbedeckung gegen die Sonne kommt uns fremd vor, ebenso die Stulpen, die die Ärmel ihres Kittels schützen, und erst recht die Einrichtung im Haus. Großmutter hockt am quadratischen Tisch mit den kurzen geschwungenen Beinen, die Türen sind leicht und geben durch Schieben den Weg nach draußen frei, die wenigen Einrichtungsgegenstände sind ausgesucht und besonders. Wir sind in einer für uns exotischen Welt, und der Eindruck wird noch verstärkt, wenn wir sehen, von welcher Art die Vorbereitungen des kleinen Tomatenfestes sind. Alle Früchte werden hergerichtet, Apfelspelten sind kleine Kaninchen, Radieschen sehen aus wie aufblühende Blumen. Da sind Sterne und Streifen, getrennte Früchte, garniert mit Erbsen und serviert auf großen Blättern. Ein Fest auch für die Augen.

 

Keine große Sache, die Geschichte, nichts wirklich Aufregendes, das Fest eines kleinen Mädchens mit Tomaten aus eigener Ernte, aber ein schönes Buch, das genau solch eine Situation lobpreist.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en