Jürg Schubiger & Aljoscha Blau:
Das Kind im Mond


Wuppertal: Peter Hammer 2013

www.peter-hammer-verlag.de

ISBN 978-3-7795-0434-4
24 S * 14,90 € * ab 03 J

 

 

 

 

Wenn es einen Mann im Mond gibt, dann kann er auch eine Frau haben, Haustiere, ein Kind. Auf dem Mond ist es langweilig und öde, und nach den Erzählungen der Mutter wächst im Kind eine Sehnsucht. Nachdem auch noch eine Rakete mit Menschen den Mond besuchte, wagt das Kind den Flug, den Sturz. Sehr ungewöhnliche Bilder in einer ungewöhnlichen Geschichte.

Sehnsucht

Aljoscha Blau zeichnet, als kennten wir die Umgebung, aber so ist es gewiss nicht, denn alles schwebt, steht ohne herunterzufallen. Wir befinden uns auf dem Mond. Die gedeckte Tischplatte ist uns zugewandt, Gläser, Tassen, der riesige Krug mit Sternenmilch und Zwiebeln werfen diffusen Schatten, haben aber – wie auch die Stühle – keinen Kontakt zum grauen, gemusterten Untergrund. Wenige blasse Farben, offensichtlich nachträgliche Kolorierung von grauem Erstbild, bleiben in dieser Welt des Mondes, wie wir sie von hier unten wahrnehmen. Die ausgestalteten Gesichter, im landläufigen Sinn gar nicht schön, stehen im Gegensatz zu den sonstigen Einzelteilen und ziehen sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich.

Am schwarzen Himmel stehen die kleinen Sterne, hell und zart farbig, sowie ein recht großer blauer Himmelskörper, die Erde – Ort der Sehnsucht, Ort von «Kräutern und Früchten, von Würsten und von frischem Brot», von «Schwarzwäldertorten und von schwarzen Wäldern».

Die große Malfläche beansprucht oft mehr als eine Seite und sieht an den Rändern aus, als wäre das Malblatt aus einem Block herausgerissen und dann eingeklebt worden, den Text mit dem gezeichneten Initial begleiten einige skizzenhaft gestaltete Illustrationen.

 

Eine sehr stimmige Verbindung von Wort und Bild ist Schubiger und Blau gelungen. Ersterer scheut sich nicht, seinen (kleinen) Zuhörern von Dingen zu erzählen, die offensichtlich ausgedacht sind, ja, geschickt nimmt er den Kritikern mehrfach den Wind aus den Segeln («... weiß der Kuckuck, woher ...» oder «Da es ... nicht gibt, ist sie ein Wunder ...»). Er nimmt die Kinder ernst und gibt ihnen etwas zum Nach-Denken, denn so einfach, wie die Geschichte beim ersten Durchlesen erscheint, ist sie mit ihrer Mehrschichtigkeit nicht.

Das Zuhören bringt mindestens ebenso viel Freude wie das Vorlesen oder Anschauen, mit Recht steht es auf der Auswahlliste zum LesePeter Bilderbuch im Jahr 2013.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en