Sylvain Coissard & Alexis Lemoine:
So war’s!
Die größten Enthüllungsgeschichten der Kunst

München: Knesebeck 2012

www.knesebeck-verlag.de

ISBN 978-3-86873-519-2
48 S * 14,95 € * ab 08 J

 

 

 

 

Herrlich ist’s, mit dem Ernst zu spielen! Die «große Kunst» dient den beiden französischen Autoren / Illustratoren zu respektlosem Spiel, das uns viel Freude beschert. Es dreht sich je um die «Vorgeschichte» vom Inhalt eines Bildes wie: Ein Mann mit Knollennase - wie mag die entstanden sein? Wie kamen die Fische in das Gesicht des Mannes? Warum ist es hier so aufgeräumt?

Geschichten in je drei Bildern

Der Knollennasenmann ist von Domenico Ghirlandaios («Großvater und Enkel») um 1490 gemalt, die (erfundene) Vorgeschichte ist allerdings viel jüngeren Datums. Der freche Kleine nämlich boxt seinem Opa derart auf die Nase, dass diesem dabei sogar die Augenbrauenhaare zu Berge stehen, der gütige Blick auf dem dritten Bild ist allerdings der gleiche wie schon auf dem ersten, während die Nase erhebliche Spuren des Boxhiebs trägt. «Ja, so sind die Großväter, vergeben ihren Enkeln fast alles» möchte man fast sagen.

Von dieser Art sind die Bilderfolgen, links zwei der ausgedachten, rechts das Original. Vier Mal Giuseppe Arcimboldo, zwei Mal Napoleon, dann van Gogh, Cézanne, Monet und andere folgen diesem Schema, einmal unterbricht Goya, denn er liefert sowohl das erste als auch das dritte Bild («Maya»). 22 Bildfolgen machen uns die Freude und regen uns damit an, Kunstwerke vielleicht auch einmal ganz anders zu betrachten – übrigens ohne dass wir uns lustig machen über das Kunstwerk oder seine Stellung in der Kunstgeschichte.

Neben dem Spaß gibt es dabei aber auch einen anderen Effekt, nämlich das Heranführen an die Kunst, ohne Zeigefinger, ohne auf die Bedeutung hinzuweisen, den Pinselstrich, die Maltechnik.

Kunst kann Spaß machen. Das Betrachten der Kunst auch.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en