Atelier Flora:
Stell die Welt auf den Kopf

Weinheim: Beltz 2013

www.beltz.de

ISBN 978-3-407-79530-4
138 S * 12,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Die fünf Frauen vom «Atelier Flora» machen das, was kreative Menschen machen, sie analysieren, finden Kriterien und ändern das eine oder andere Kriterium. Heraus kommen Ungewöhnlichkeiten, die uns Unvoreingenommene sehr erheitern und/oder einen «Aha-»Effekt auslösen. Die Überraschung ist oft so, dass wir die Situation gern nachspielen, nachstellen wollen. Viel mehr kann man von einem Buch nicht verlangen.

Winterschwitzen

Die Idee ist nicht neu (man denke nur an die Surrealisten wie Buñuel), aber dennoch ist die Ausführung nicht weniger mutig, lustig, nachdenklich – auf alle Fälle sehr gelungen. Sie wird in 17 Teilen «erzählt», jedes Kapitel des kleinen quadratischen Buches beginnt mit einer gereimten Textidee, die die Sicht auf die folgenden Fotos vorbereiten: «... Die Nacht ist hell, die Sonne funkelt ... der Abend naht, der Morgen dunkelt ...».
Drei Kinder sind die Hauptpersonen auf den Fotos, denen man die Freude an den gestellten Situationen ansieht. Lilli, Carlotta und Raphael tragen sogar T-Shirts mit ihren Namen, die allerdings anders geschrieben sind: ATTOL, LEAHPAR und ILLIL sind auf ihren Oberteilen in buntgemusterten Stoffen appliziert.
Nicht alle Besonderheiten sind einfach zu erkennen, zu manchen brauchen wir vielleicht die Erwachsenen, die wissen, dass sich Eisbär und Pinguin außerhalb vom Zoo wohl nicht treffen werden, ganz davon zu schweigen, dass der potenzielle Fressfeind dem anderen einen Fisch schenkt.

Im Zeitalter der Digitalfotografie, in der man mit einer guten Kamera schnell einmal 50 oder mehr Fotos schießt, sind auch Kinder gefordert, «besonders» zu schauen. Das können Aufträge sein («... suche einen kleinen Teil von ..., zoome ihn heran ...») oder – gemäß den Texten im Buch – eigene Versuche, die Welt selbst auf den Kopf zu stellen. Das können auch Dreijährige schon, wenn man ihnen die Kamera um den Hals hängt, damit am Gerät nichts passiert.

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en