Susanne Göhlich:
Bettzeit ist‘s

Frankfurt: Moritz 2013

www.moritzverlag.de

ISBN 978-3-89565-258-5
Hartpappe 22 S * 8,95 € * ab 02 J

 

 

 

 

Lena! Aufräumen und ins Bett! Aufräumen? Ich gehe lieber gleich ins Bett! «… doch sonderbar – Lenas Tiere sind nicht da.» Und ohne ihre Tiere kann Lena nun mal unmöglich schlafen. Also macht sie sich auf die Suche. – Ein niedliches Pappbilderbuch mit abgerundeten Ecken, das ohne pädagogischen Finger zeigt, dass Aufräumen auch mal nützlich sein kann.

Allein ins Bett?

10 Tiere muss die kleine Lena mit den braunen Haaren und den kurzen Zöpfen in ihrem Schlafanzug, bei dem die Hose vielleicht ein neues Gummiband braucht, suchen, damit das Einschlafen richtig kuschelig werden kann. Außer Lena tritt kein Mensch in der Geschichte auf, kein Text weist darauf hin, dass es eine Mutter oder einen Vater gibt. Lena ist für sich selbst verantwortlich. Obwohl sie noch so klein ist, gelingt ihr das richtig gut, sie weiß, wo sie suchen muss. Unter dem Zudeck? Nein. Auf der Eisenbahn? Ja, da sitzt das rosafarbene Schweinchen in dem offenen Waggon und fährt noch eine Runde … So geht es mit den anderen Tieren auch. Das Krokodil muss im Bad noch Zähneputzen, der Affe Dodo noch ein wenig länger auf der Toilette sitzen.

 

Das sind Situationen, die Kinder zwischen einem und zwei Jahren bereits kennen und Lenas Verhalten nachvollziehen können. Die Form und das Material des Buches (Hartpappe, quadratisch, abgerundete Ecken) weisen ebenfalls auf dies «Lese»alter hin. Der kurze zweizeilige Text mit den Endreimen ist sehr eingängig und kann schnell mitgesprochen oder ergänzt werden, während die Bilder von den allerersten Formen schon erheblich abweichen und eine Reihe von Einzelheiten bieten: roter bzw. blauer Punkt auf den Wasserhähnen, kleine Räder unter dem ausgesägten Holzpferd, Perforierung auf dem Toilettenpapier, Schnur aus der Stehlampe, um das Licht an- und auszumachen. So bleibt das Alter nicht auf die ganz Kleinen beschränkt und ein Appell zum Aufräumen kann hier sogar unausgesprochen stattfinden.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en