Robert Camenzind & Vanessa Riecke:
Rutzlibutz und Petulia

Zürich: Monster Salat 2011

www.rutzlibutz.com

ISBN 978-3-9523899-0-4
36 S * 13,90 € * ab 03 J

 

 

 

 

Eine kleine Schnitzeljagd weitet sich zu einer Entführung und der anschließenden Befreiung aus. Schwarznase, der böse Zauberer, hat nicht nur die beiden Kinder eingesperrt, seine Hilfstiere sind in Wirklichkeit von ihm verzaubert und müssen ihm dienen. Schwarznase wollte zwar die gute Hexe Rutzlibutz gegen seine Geiseln eintauschen, aber dafür sind seine Zauberkräfte denn doch nicht stark genug.

Hex, hex

Vanessa Riecke traut sich, viele kleine Nebengeschichten in ihren Bildern zu erzählen. Dazu dienen auch die Dorfbewohner ebenso wie die vielen kleinen Tiere, die den einen oder anderen Unfug machen oder Einiges ausprobieren dürfen. Da ist dann auch etwas für Erwachsene dabei (wenn zum Beispiel der Pfarrer versucht, ein sich sträubendes Schäfchen in seine Kirche zu schieben oder ein Küken die Telefonschnur mit einem Wurm verwechsel), aber auch Kinder mögen diese kleinen Nebensächlichkeiten (eine verbundene Hundenase, eine auf einem krummen Besenstiel balancierende Teekanne, Tische aus gestapelten Büchern, eine Nase in Form eines Pluszeichens, ein fliegendes Krokodil, das einen Raben verfolgt, ein grüner Kopffüßler, der Glasflasche entkommen, gewaschene und aufgehängte Wäsche am Vogelhäuschen).

Die gute Hexe Rutzlibutz trägt wieder ihr auf Taille geschnittenes Mantelkleid mit dem braunen Fischgrätmuster. Am Saum und aus den langen Ärmeln schauen kleine weiße Dreiecke hervor und betonen die Sauberkeit des Äußeren, die aber auch auf die Reinheit der alten Dame hindeuten. Die Menschen wie die Umgebungen sind bewusst «naiv» gehalten, haben aber auch gar keinen Anspruch an realistischer Darstellung und wirken dafür umso sympathischer. Dass die Kinder «Ernstli und Vreneli» heißen, dafür können sie nichts – für norddeutsche Ohren sind sie ziemlich exotisch, aber so ist ja auch die ganze Geschichte. Jeder weiß, dass sie ausgedacht ist, aber schön ist sie dennoch, zumal sie gut endet.

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en