Quint Buchholz:
Schlaf gut, kleiner Bär

München: Hanser 2011

www.hanser-literaturverlage.de

ISBN 978-3-446-23807-7
32 S * 12,90 € * ab 03 J

 

 

 

 

 

16 aufwendige, grobkörnige Siebdrucke, fast fotorealistisch Bilder begleiten das tägliche kleine Drama um das ins Bett gehen, und eine fast traumhafte Rückschau auf den gerade vergangenen Tag. Lange glauben wir tatsächlich, dass es eine Geschichte von einem kleinen Teddybären sei. Seine braunen Glasaugen spiegeln sich im Fenster, das auf einen Vollmond schaut.

Ich habe noch Durst

Die ganzseitigen Bilder sind alle auf der rechten Seite, die man zunächst sieht, wenn man umblättert. Der Text ist lesefreundlich groß und mit ebensolchem Zeilenabstand auf der linken Seite gedruckt (bis auf die erste Seite) und nutzt längst nicht den großen zur Verfügung stehenden Platz.

Quint Buchholz notiert das Ritual, nach dem «der kleine Bär» jeden Tag ins Bett geht – einschließlich dem Zusatztrinken «aus der blauen Tasse», den Schlafsocken, der warmen Pusteluft unter die Bettdecke. Jetzt alles ruhig und ganz allein, aber immer noch nicht müde. Wir sehen den kleinen Bären in seinem grünen Schlafkarton. Aufrecht sitzt er, als lausche er auf irgendein Geräusch, das von draußen herein dringt.
Mit ihm zusammen erleben wir an Hand der Bilder von jetzt (Toll, wie der Vollmond die Wolken rötet und der Vogelscheuche mit den ausgebreiteten Armen einen hellen Glanz auf die Ränder zaubert!) den heutigen Tag. 

Klar, das ist eine Vorlesegeschichte, in der sich jedes Kind beim abendlichen Vorlesen wieder erkennt – eventuell kann man den Vorlesetext auch leicht abändern auf die hiesigen Stationen des Schlaf-Hinauszögerns. Dass der Bär ebenfalls nur ein (stiller) Stellvertreter eines Jungen ist, erfahren wir erst ganz zum Schluss. 

Eine ganz wunderbare Idee ist es, den Luftballon mit der Briefbotschaft vom Bild in das Buch zu bringen. Im Nachsatz klebt ein Briefumschlag, gezeichnet an einen roten Luftballon geleint, in dem sich in der Tat ein gefalteter DIN A4 Bogen befindet, der dich auffordert, etwas zu tun. Das kann man allerdings nur einmal machen (am nächsten Tag natürlich), während das Vorlesen der Geschichte am Abend zu einem Ritual entwickeln kann.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en