Mona Horncastle & Barbara Yelin:
Albrecht Dürer
Kunst-Comic

München: Prestel 2011

www.prestel.de

ISBN 978-3-7913-7070-5
48 S * 14,99 € * ab 08 J

 

 

 

 

Auf eine Sachbuch(doppel)seite mit viel Text und Abbildungen einiger seiner Werke folgt je eine kurze Handlungssequenz aus dem Leben des Albrecht Dürer, der sich der Übermacht der Renaissance-Künstler aus Italien mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein gegenüberstellt.

Kunst

Die Comicbilder versuchen selbstverständlich nicht, in Konkurrenz zu treten mit den Bildern des Künstlers selbst. Sie versuchen die Handlung voranzutreiben, ohne dass auf Einzelheiten verzichtet wird. So sehen wir im Hintergrund mit Brettern vernagelte Fenster und zwei vermummte Gestalten die einen vierrädrigen Leiterwagen in das Bild hineinziehen, während vorn heimlich der junge Ehemann Albrecht Dürer aus der Pest-Stadt Nürnberg nach Italien «türmt» und seine gerade angetraute Frau zurücklässt. In Venedig dann hat er nicht nur Augen für die perspektivische Darstellung und ungewöhnliche Standpunkte, sondern auch für die eine oder andere hübsche junge Dame.

Mithilfe von Drucken, die er mit seinem neu geschaffenen Signet und Wiedererkennungszeichen (das große breitbeinige A wie ein Tor, unter dem das D sich einfügt) versieht, verdient Dürer alsbald so viel Geld, dass er sich um seine eigene Kunst kümmern kann und zunächst keine Auftragsarbeiten erledigen muss (später wird er als Hofkünstler des Kaisers auch eine Hofrente erhalten). Selbstbewusst malt sich Dürer selbst in der Pose von Jesus – das ist nicht weit entfernt von Blasphemie, schadet Dürer aber gar nicht.

Am Schluss des Buches zeigen zwei Doppelseiten noch einmal seinen Lebensweg mit den Stationen auf, nebenbei werden einige wichtige Ereignisse und Menschen genannt, die in seine Zeit gehören: Kolumbus, Luther, Pest, Krönung Maximilians I und dann Karl V als Kaiser, Cortés. Weitere neun Zeitgenossen erhalten ebenfalls eine Doppelseite bevor die im Buch gezeigten Werke Dürers - um einige weiter ergänzt - noch einmal abgebildet werden. Was fehlt ist das Rasenstück, ein damals sehr ungewöhnliches Thema für ein singuläres Bild.

 

Die Form des Comics bringt für viele Kinder eine ganz andere Motivation, sich mit dem Künstler zu beschäftigen, auch wenn Lesefaule hier nicht unbedingt bedient werden, denn die Handlungsteile sind ohne die jeweils (längere) textliche Einweisung nicht oder nur schwer zu verstehen.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en