Jens Rassmus:
Rosa und Bleistift

St. Pölten: Nilpferd in Residenz 2011

www.residenzverlag.at

ISBN 978-3-7017-2096-5
36 S * 14,90 € * ab 03 J

 

 

 

 

Eine Geschichte, wie sie gern in Träumen entsteht. Wenn nämlich der Tagesablauf verarbeitet wird, dann kommen viele Dinge auch im Traum vor, werden oft aber anders miteinander verknüpft. Hier ist es Irma, die träumt. Da sie «den ganzen Nachmittag gezeichnet» hat, ist es nur schlüssig, dass aus ihrem Bild und den Zeichengeräten sich eine eigene Geschichte entwickelt: Blaues Auto, langer und dünner Bleistift, kurzer rosafarbener Wachsmaler, ein Radiergummi, Irma selbst und ein böses Monster.

Traum-Mal-Geschichte

Zwei Sätze, Irma im «unruhigen Schlaf» - und schon unterhalten sich die Gegenstände: «Frau Braun und Herr Blau sind völlig erschöpft und schnarchen schon seit einer Stunde in der Stiftekiste». Irma hat dieses Mal kein richtig buntes Bild gemalt, aber Aufforderungscharakter hat es dennoch. Das blaue Auto ohne Verdeck lädt geradezu zu einer Spritztour ein.

So entwickelt sich eine Geschichte, die eigenständig ist und zugleich mit dem Bild spielt. Der Rand des Bildes wird von Rosa übersprungen, sodass Bleistift mit dem Auto anschließend auf dem rosafarbenen Bogen den Abgrund überfahren kann. Richtig interessant wird es allerdings erst, als Irma selbst in die Geschichte einbezogen wird, das Auto repariert und die anderen vor dem «schrecklichen Etwas» warnt. Die nehmen die Warnung erst nicht ernst, versuchen dann vergeblich noch schnell einen Zaun zu zeichnen, aber erst das Radiergummi, der Polizist, schafft es, das Etwas zahnlos zu machen, damit die anderen es anschließend umpolen können.

 

Das ist eine schöne Idee, ein reales Kind (was es ja gar nicht ist, denn auch das Kind ist gezeichnet) mit den von ihm erschaffenen Figuren zu verbinden und ein eigenständiges Abenteuer zu entwickeln, das nur gemeinsam bestanden werden kann.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en