Hanna Johansen & Hildegard Müller:
Es weihnachtet sehr … und ich bin immer noch die Katze

München: Hanser 2011

www.hanser-literaturverlage.de

ISBN 978-3-446-23788-9
40 S * 10,00 € * ab 04 J

 

 

 

 

 

Ilsebill («Ich bin hier bloß die Katze») ist wieder da und berichtet von ihrer Familie von den Vorbereitungen zu Weihnachten. Aber egal, was sie selbst «sagt», die Eltern und die «Großen» hören einfach immer nur «Miau» und interpretieren so, wie sie es gerne hätten. Das ist sehr humorvoll geschrieben und wieder mit den wunderbar treffenden Bildern von Hildegard Müller illustriert.

Katzenweihnacht

Die Illustrationen erhalten deutlich mehr Platz als der Text. Ilsebill, ein bisschen hochnäsig ist in Schwarzweiß gehalten, der Bauch ist weiß, die Streifen sind getigert. Gern liegt sie auf der Heizung oder auf dem Tisch (wenn es niemand sieht), denn draußen ist es kalt, Schneematsch macht die kurzen Ausflüge nicht zum Vergnügen. Aber wenn die Menschen auf die Idee kommen, Feuer anzuzünden auf dem Adventskranz und später sogar noch auf dem Baum, dann wird ihr das deutlich zu viel. Gut, wenn dann die Tür zur Küche auf ist und der Geruch von Lachs den des Feuers verdrängt. Da die Menschen auch für sie ein «Paket» machten, ist klar: Es ist der Lachs auf dem Küchentisch. «Ich glaube, so viel habe ich noch nie gefressen.» 

Der Humor hat mehrere Quellen – vor allem die Missverständnisse zwischen Tier- und Menschenverhalten, die von der Katze interpretiert werden. Sie fragt höflich an, ob sie nicht etwas zu fressen haben dürfte – und die Menschen hören «Miau». Sie beklagt sich über das in ihren Ohren schiefe Absingen von Weihnachtsliedern und will, dass die Tür für sie zur Flucht geöffnet wird – die Menschen freuen sich: «Ilsebill will auch mitsingen». Der Tannenbaum wird hereingetragen, aber die Katze meint (nicht zu Unrecht), dass Bäume in den Garten gehören – stößt diesmal aber auf taube Ohren. 

Herrlich, wie es Hildegard Müller gelingt, mit wenigen Strichen die Gefühle der Katze auszudrücken – von gefräßiger Sättigung zu ängstlicher Flucht, von genervt zu neugierig, von beleidigt bis eingebildet.

Ein schönes Buch, nicht nur zu Weihnachten.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en