Shaun Tan:
Eric

Aus dem Englischen von Eike Schönfeld

Hamburg: Carlsen 2011

www.carlsen.de

ISBN 978-3-551-55584-7
48 S * 6,00 € * ab 03 J

 

 

 

 

Das kleine Büchlein schildert den Besuch eines Aliens, der «Wir»-Erzähler nennt ihn «Austauschschüler». Text und Bild wechseln sich zumeist ab und erzählen eine merkwürdige, aber lustige Geschichte und ergänzen oder karikieren sich dabei mehrfach.

A wie Alien, wie Austauschschüler

Die deutsche Erstveröffentlichung dieser Geschichte im Rahmen von Shaun Tans «Geschichten aus der Vorstadt des Universums» 2008 braucht nur 12 Seiten, ist aber ansonsten völlig identisch mit dieser kleinen Ausgabe – mit einer kleinen Ausnahme: Das letzte Bild ist leicht gekürzt und dann um ein allerletztes erweitert. Dann passt auch Mamas mehrfach genannter Satz für Unerklärliches – «Das ist bestimmt was Kulturelles» – noch besser.

Der «Austauschschüler» ist eine Art von Strichmännchen mit einem Kopf, der einem dreispitzigen Efeublatt mit zwei weißen Löchern für die Augen ähnelt. Am liebsten lebt er in der Speisekammer anstatt im Gästezimmer, und er stellt Fragen, die zumindest komisch vorkommen. Shaun Tan zeichnet die Fragen, sodass wir Leser uns noch etwas mehr damit beschäftigen müssen: Eric untersucht, warum eine Briefmarke klebt, warum das O einen Strich hat und wie Q aussieht, warum der (australische) Elektrostecker eine Nummer hat und warum der Ausfluss des Waschbeckens in Form eines Blümchens hergestellt wurde.

Das letzte Bild im Sammelband ist hier das vorletzte, allerdings ohne Text im Bild. Hier wurde für das letzte Bild extra ein Detail (aus neuer Perspektive) hergestellt und etwas Farbe in die ansonsten grau- bis fast sepiafarbenen quadratischen Bilder mit den abgerundeten Ecken gespielt.

 

Ein gutes Beispiel, dass eine neue Sicht auf eine Geschichte entsteht, wenn man sie isoliert und eigenständig darstellt, dass sie allerdings auf eine eigene Darstellungsweise bestehen muss – unabhängig vom gleichen Text und den gleichen Bildern.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en