Chihiro Nakagawa & Junji Koyose:
Das Geschenk

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe

Frankfurt: Moritz 2011

www.moritzverlag.de

ISBN 978-3-89565-238-7
40 S * 12,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

 

Gut hundert Personen, Arbeiter, mit einfarbigen rot, gelb oder blauen Helmen, Pullovern, Handschuhen und Stiefeln ohne Knöpfe, Reißverschluss. Dennoch sind alle individuell gestaltet und fröhlich trotz der vielen Arbeit. Dazu hilft das schwere Arbeitsgerät in Gelb: Tieflader, Kran, Bagger, Lifter, Raupe usw. Was treiben diese vielen Menschen dort? Und was hat der Weihnachtsmann damit zu tun? Eine sehr schöne Idee wunderbar umgesetzt.

Alles für den Bär‘n

«Danke für ihren Auftrag. Das übernehmen wir … In Ordnung, genau wie jedes Jahr … An die Arbeit … Er kommt, er kommt!» Das sind die Texte der ersten Seiten. Die Bilder zeigen schöne Gegensätze zwischen unserer hochtechnisierten Welt und dem Glauben an den Weihnachtsmann, der mit seinen Rentieren im Schlitten von den riesigen Scheinwerfern auf seinem Weg zur Erde erfasst wird: «Er komm, er kommt!». Freudige Aufgeregtheit bei den Buntgekleideten, kleiner gar als die Räder des riesigen Zangenkrans, der allerdings gar nicht eingreift beim Beladen des Tiefladers. Das erledigt eine riesige Hand, die von oben ins Bild greift. Das riesige Paket macht sich zusammen mit den Fahrzeugen nach rechts auf den Weg, während wir oben in dem schmalen dunklen Streifen des Doppelbildes einen großen Stiefel sehen und eine zweite Gruppe mit blauen Fahrzeugen und eine dritte mit grünen sehen. Alle transportieren je ein Paket auf einem Tieflader.

Es ist eine sternenklare Nacht als die lange Kolonne vor dem Ziel ankommt. Wir sind plötzlich in einer Zwischendimension: unten die offensichtlich sehr kleine Kolonne, oben ein sehr großer Zaun, ein riesiger Weg zum ebensolchem Haus. Der einzige, der den schwierigen Transport zur Haustür verfolgt, ist der Hund, aber der bellt nicht, denn er wird mit einer Leckerei abgelenkt, die ihm ein klitzekleiner Tieflader kredenzt.

 

Wir erleben einen volltechnisierten Arbeitseinsatz an dem außerdem rund hundert Personen beteiligt sind, eine Meisterleistung. Und eine tolle Idee, denn jetzt können wir uns vorstellen, wie die Weihnachtsgeschenke WIRKLICH unter den Weihnachtsbaum kommen. Kein Wunder, dass der Weihnachtsmann auch völlig fertig ist. Er ist ja schließlich auch nicht mehr der Jüngste.

 

Das ungewöhnliche Bilderbuch ist wärmstens zu empfehlen, nicht nur als Weihnachtsgeschenk, aber auch.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en