Barack Obama & Loren Long:
Von euch will ich singen – Ein Brief an meine Töchter

Aus dem Amerikanischen von Michael Krüger

München: Hanser 2011

www.hanser-literaturverlage.de

ISBN 978-3-446-23806-0
36 S * 14,90 € * ab 05 J

 

 

 

 

Der US-amerikanische Präsident (!) schreibt an seine Töchter und damit an uns, warum es sich lohnt zu leben und dafür einzustehen. Das ist zwar ziemlich «amerikanisch», aber es ist sehr POSITIV und sehr AUFBAUEND. Geschickt wird auf der linken Seite je «Habe ich dir schon gesagt, dass …» oder «wie» wunderbar ihr seid, einfallsreich, klug, tapfer, stark …, während auf der rechten Seite einige für die USA sehr wichtige Personen kurz vorgestellt werden und ihre Bedeutung für das Zusammenleben.

Bänkelsänger verbreiteten Lebenswege

Das ist Amerika. Kurze Einheiten in kurzen Schulstunden, für alle Schüler nachvollziehbar, schaffen ein Gefühl von «ich kann es, ich verstehe es, ich fühle mich gut». Wer so aufwächst, schaut zunächst positiv in die Zukunft, egal auf welchem Niveau. Bedenkenträger sind nicht gefragt.

Der US-amerikanische Präsident wählt einen Titel in altertümlicher Sprache («Of Thee I sing»), um 13 «groundbreaking Americans» vorzustellen, Ideale, denen man nacheifern kann, soll. Er wählt den Untertitel «A Letter to My Daughters», aber gemeint sind natürlich alle Kinder der USA und – durch die Übersetzungen – auch alle Kinder dieser Welt. Die Wahl, diese Botschaft als Bilderbuch zu verbreiten, war und ist eine gute, denn die Illustrationen von Loren Long tragen die Wörter.

Das beginnt mit der Vorstellung des portugiesischen Wasserhunds Bo und den Töchtern Sasha und Malia, denen zunächst Georgia O’Keeffe vorgestellt wird. Wir sehen die beiden Mädchen links, abgesetzt davon ein Mädchen mit Malutensilien. Sie schauen aber nicht auf die rechte Seite, wo die Künstlerin O’Keeffe unter einem großen Bild kurz beschrieben wird, sie schauen knapp dran vorbei nach oben, in die Zukunft also. Die vorgestellten Personen auf der rechten Seite leben vor allem von den Bildern, der unten abgesetzte Text erläutert nur die Bedeutung.

Von Doppelseite zu Doppelseite füllt sich die Schar der Kinder auf der linken Seite, ein Kind immer abgesetzt, um den Menschen rechts als Zukunft zu dienen. Der Text links ist immer aufbauend («Habe ich euch gesagt, wie klug ihr seid?») und zeigt dann, wem man nacheifern kann (hier: Albert Einstein).

Die Reihe der Vorbilder geht durch viele Bereiche. Von der Kunst zur Physik, von dort zum Sport (Baseball) zu den Ureinwohnern und einer Jazz-Sängerin, zu Maya Lin (sie entwarf das Vietnam Memorial in Washington D. C., das an die gefallenen Soldaten im Vietnamkrieg erinnert), zu Neil Armstrong, Martin Luther King, Abraham Lincoln und George Washington. 13 (!) Personen stellt er uns vor, aber wir würden auch noch andere finden, vor allem wenn wir das Anliegen auf Europa übertrügen.

 

Ein US-amerikanisches Buch haben wir also vor uns, aber eins, das auch uns hier zeigt, was für das Zusammenleben und Nacheifern wirklich wichtig ist auf der Welt.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en