Margarete Zander & John Harrison:
Wirbelwind und Saitentanz

Mainz: Schott 2011

www.schott-buch.de

ISBN 978-3-7957-0709-5
48 S * 24,95 € * ab 10 J

 

 

 

 

Wenn die Berliner Philharmoniker ein Buch herausgeben (lassen), dann muss Musik erklingen. Drei DVDs sind dem Buch beigegeben, die die Instrumente jeweils isoliert vorstellen (Blechbläser, Cellisten, Bassisten, Schlagzeuger, Bratschen und Holzbläser) – und zwar sehr interessant für Kind und Erwachsenen. Das Buch ist eher Träger der DVDs, es erläutert jedes einzelne Instrument in kurzen Absätzen. Leider halten die Illustrationen in keiner Weise den Qualitätsanspruch.

Viel Harmonie? Bedingt.

Weder das Titelbild, auf dem die aufgehängten Lampen eine Klaviertastatur nachahmen und ein Hornist sich in seinem Instrument zu einer Fagottspielerin verbiegt, begleitet von in diesem Rahmen sehr unpassenden, fast lächerlichen Rumbarasseln und Hälse mit Sattel (Geige, Bass) und einem Bratschenspieler, dessen Hände wie Fremdkörper wirken.

Nein, wir würden das Buch nicht kaufen, wenn wir es im Buchladen in die Hand nähmen. Dass uns dabei die drei hervorragenden DVDs entgehen würden, würden wir ja nicht wissen, und dass der sehr knappe und dennoch treffende Text zu den einzelnen Instrumenten wirklich einen sehr guten Einstieg in die Welt der Orchestermusik liefert, wird uns durch die Bilder ebenso vergällt. Wer nur hat innerhalb des Projekts für diese Illustrationen gestimmt – anstatt einen Fotografen zu beauftragen, der schiefe Perspektiven oder simplifizierte Abbildungen bestimmt nicht geliefert hätte. Er hätte allerdings auch kein Rennauto abbilden können, das von einem Cellohals gelenkt wird. Die 12 Cellisten haben das bestimmt nicht verdient.

Absatz.

Das Buch ist in sechs Teilen so gegliedert, wie es die 3 DVDs mit je zwei rund 20-minütigen Mitschnitten der Berliner Philharmonikern vor einem Publikum, in dem viele Kinder sitzen und an den Anmoderationen sowie den Aktionen beteiligt werden: Wie lang ist ein Waldhorn, wenn man es entwickelt? Wir lang ist eine Tuba? (Auf der DVD bläst der Tubaspieler in sein Mundstück, das in einem 3,5m langen, dicken Schlauch steckt – da muss man erst einmal die Luft in Schwingung bringen!)

Wir erfahren in kurzen Absätzen viel über die Instrumente, ihre Entstehung, ihren Namen, aber auch über die Personen, die das Instrument spielen oder über einige besondere Werke, die dies Instrument in den Vordergrund stellen. So ist ein Violon-cello eine Verkleinerungsform des Violons (=Kontrabass), und die 13 Cellisten der «12 Cellisten» der Berliner Philharmoniker sind seit 1972«Solisten», haben sogar im kaiserlichen Palast in Japan gespielt, begleitet von der Kaiserin auf dem Klavier. Wir erfahren auf die eingestreuten Fragen nebenbei auch, dass z. B. der Arcus, der Bogen, mit Pferdehaaren bespannt ist (Lösungen auf Seite 48).

Am Ende des Buchs sind auch Hinweise zu den drei DVDs zu finden und einiges Wissenswertes über die «Freunde eines Orchesters»: das Klavier, die Celesta, die Harfe, die Wagnertuba und – seitdem sich auch Popmusik der Philharmoniker bedient – die elektronischen Gitarren, die Keyboards und das Schlagzeug.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en