Axel Scheffler & Julia Donaldson:
Räuber Ratte

Aus dem Englischen von Salah Naoura

Weinheim: Beltz 2011

www.beltz.de

ISBN 978-3-407-79447-5
32 S * 12,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Ein gar wilder Räuber ist die Ratte, die in ihrer Verkleidung Zorro ähnelt. Die Ratte ist hier allerdings kein Held, sondern ein böser «Mensch», der den anderen Lebenswesen ihr Essen stiehlt und die Bestohlenen in Angst und Schrecken zurücklässt. Die Bilder karikieren die Geschichte durch den etwas «naiven» Malstil, für den Axel Scheffler bekannt ist. Angst müssen w i r jedenfalls keine haben, auch weil letztlich das Gute siegt.

Räuber mit viel Fehl und Tadel

Räuber Ratte ist Raubritter. Hoch zu Ross und mit einem gefährlichen Säbel ausgestattet, ist er seinen Opfern weit überlegen, und ein jeder muss seine Ernte bei ihm abliefern, die er in einer seiner Satteltaschen verstaut: Dem Kaninchen stiehlt er den Klee (denn «Keks und Kuchen» hat es nicht), obwohl er gar nichts mit dem Klee anfangen kann. Das Eichhorn muss die Nüsse abliefern (denn «Keks und Kuchen» hat es nicht), obwohl er auch mit den harten Nüssen ebenfalls nichts anfangen kann. So geht es mit den Ameisen, der Katze, der Spinne, dem Pferd. Als er aber die Gans, die nichts besitzt, selbst als Futter nehmen will, erhält sein räuberischer Werdegang einen Knick an dessen Ende ein großes Fest der Bestohlenen steht. 

Der Text ist in Reimen gesetzt (abcb) und lebt (auch) von den Wiederholungen, die Kinder so sehr mögen und oft gleich mitsprechen, wenn der Vorleser es geschickt anstellt. Sie werden nicht nur den Diebstahl an sich unrichtig finden, sondern auch noch feststellen, dass der Diebstahl dem Dieb gar keinen Vorteil bringt, sondern nur den Opfern schadet.

 

Die Geschichte fordert geradezu heraus, die Szenen nachzuspielen – mit wechselnden Rollen selbstverständlich. Falls sich eine ganze Kindergartengruppe bereitfindet zum Spiel – umso besser!

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en