Nadine Brun-Cosme & Olivier Tallec:
Großer Wolf & kleiner Wolf:
Von der Kunst, das Glück wiederzufinden

Aus dem Französischen von Bernadette Ott

Hildesheim: Gerstenberg 2011

www.gerstenberg-verlag.de ISBN 978-3-8369-5394-8
32 S * 12,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Es ist gut für ein Bilderbuch, wenn die Bilder – auch – einige Kleinigkeiten neben der Geschichte erzählen. Hier aber spricht der Text von der Suche in einem dunklen Wald, während die Bilder in einer Großstadt sind. Am Ende der U-/S-Bahn sind wir dann in einer Gegend, die vielleicht Karibik genannt werden könnte. Das passte zu der Orange, die der Ausgangspunkt zwischen dem großen und dem kleinen Wolf war: Beide wollten sie gern besitzen, aber wer sie besaß, gönnte sie dem anderen.

Besitzen und Verschenken

Wir kennen sie bereits, die beiden Wölfe mit der extrem langen Schnauze, beides Zweibeiner, der große dunkel (schwarz über blau), der kleine blau. Beide reden nicht viel, aber die Liebe zwischen beiden ist unantastbar, das wissen wir. Dennoch gibt es Missverständnisse, kleine Ungenauigkeiten, sonst gäbe es ja auch keine Geschichte zu erzählen.
Diese dreht sich vordergründig um eine Orange am Baum auf dem Hügel, die sowohl der große wie der kleine Wolf gern besitzen möchten. Das Ausgangsbild zeigt einen Baumstamm, ganz viel Gelb mit grobem Pinsel gemalt und in der Mitte eine Picknick-Szenerie: Kühltasche, Grill, Transistorradio, zwei matte Wölfe im Gras, eine Dartscheibe – und eine einsame Orange am Baum, der schon einmal gar nicht ausschaut wie ein Orangenbaum. Die Trennung von Wort und Bild beginnt mit dem Wurf der Orange vom großen zum kleinen Wolf, doch der verfehlt das Fangen, die Orange rollt fort.
Und während der Text von nun an von dunklem Wald spricht, zeigen die Bilder den Hügel mit Baum nicht inmitten eines Waldes, sondern einer Großstadt. Wir bleiben in diesem Zwiespalt zwischen Text und Bild acht Doppelseiten lang, bevor wir hinauskommen in eine noch andere Welt, kleiner, aber auch dort gibt es einen Hügel, auf dem eine Palme steht, in deren Schatten sich wunderbar leben lässt. Das meinen beide, der große und der kleine Wolf.

 

Eine schöne Geschichte vom Haben und Schenken und gemeinsamem Abenteuer, sei es nun im Wald oder im Großstadtdschungel.

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en