Jeanette Randerath & Daniele Winterhager:
Flieg, Yoa, flieg!

Stuttgart: Thienemann 2011

www.thienemann.de

ISBN 978-3-522-43706-6
32 S * 12,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

 

Kinder haben kein Zeitgefühl. Geschichten aus der Jugend des Opas sind genauso weit weg wie die Geburt Christi oder die Stein- oder Eiszeit(en). Leben in Zelten oder Höhlen? Leben in einer Welt und zugleich wissen, dass es noch andere Welten daneben gibt – das können sich Kinder mit viel Fantasie wohl vorstellen. Auf diese Basis gestellt ist Yoa und sein Leben als Kind einer Steinzeitfamilie ein Leben, das auch heute stattfinden könnte, wenn man  g l a u b e n  kann.

Gefühl für die Zeit gewinnen

Der kleine Yoa betritt verbotenerweise die die Höhle mit den Wandbildern und bezahlt das Anschauen der wunderbaren Tierbilder fast mit seinem Leben. Der große Bär kommt zurück, Yoa stolpert und kann nur entkommen, weil ein großer schwarzer Vogel den Bären ablenkt.
Der Schamane erkennt, dass in dem Kleinen etwas Besonderes steckt und gibt ihm eine Chance, seine Verbindung zu den Vögeln zum Nutzen der Sippe einzusetzen, denn das Wasser ist knapp geworden. Wenn man doch nur fliegen könnte, dann würde man sehen, dass hinter dem Berg in der Ferne ein Fluss fließt. Anschließend darf Yoa an der Höhlenwand selbst malen: einen schwarzen Vogel und einen Jungen, der den Vogeltanz tanzt. 

Das Vorwort auf dem Vorsatz ist von Ruth Hecker geschrieben, einer Urgeschichtlerin, die von der Wahrscheinlichkeit spricht, dass die folgende Geschichte so oder so ähnlich gewiss stattgefunden haben könnte. Die Illustrationen auf den Doppelseiten geben den Wörtern die Gestalt und den Zusatz, dass wir uns «ein Bild machen können». So verweben sich (mögliche) Realität mit Bildern und dem Einstieg in eine Parallelwelt, wie sie für Menschen in der Steinzeit «normal» war. 

Im Nachsatz gibt es als Zugabe das «Steinzeitlied» mit Text, Noten und Gitarrenharmonien sowie ein Klatschspiel dazu. Wenn man sich dann noch hier die mp3-Datei anhört oder sie aufnimmt, dann kommt eine weitere Dimension hinzu: Wissenschaft plus Geschichte plus stimmige Illustration plus Musik, gehört und per Note gesehen. 

Auch wenn das Thema erst im 5. Schuljahrgang unterrichtet wird, erfahren bereits Kinder deutlich vor der Schulpflicht, woher wir kommen und welche Entwicklungen wir brauchten, um heute das zu nutzen, was wir selbstverständlich fanden.

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en