Silvana D’Angelo & Antonio Marinoni:
Der Duft der Dinge
Die Geschichte eines Diebes

Aus dem Italienischen von Bettina Dürr

Hildesheim: Gerstenberg 2011

www.gerstenberg-verlag.de

ISBN 978-3-8369-5377-1
52 S * 16,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Es dreht sich um die Suche nach  d e m  Duft. Anders als Grenouille in Süskinds «Das Parfüm» sucht der Dieb Velluto (ital. für Samt) den «Duft des Hauses seiner verlorenen Kindheit». Wir begleiten ihn auf seiner Suche im Haus von Corinne und Claude und ihren Kindern Pierre und Emile, und durchlaufen dabei zugleich ein kleines Museum des Designs.
Geschichte wie Bilder geben den «Lesern» unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Vorkenntnis je ein eigenes Buch.

Wie beschreibt man Düfte

Ohne Zweifel ein tolles Buch mit verschiedenen Ebenen, sodass sowohl Dreijährige der Geschichte lauschen und sie verstehen können. Für ältere Kinder gibt es viel zu entdecken in den Bildern, und für Erwachsene mit Hintergrund für modernes Design gibt es noch viel mehr zu finden.
Sehr hilfreich sind die Skizzen im Vor- und im Nachsatz, die handschriftlich und nicht einfach zu lesen untertitelt sind. Es werden Künstler und Titel genannt und das Jahr der Entstehung. Finden müssen wir das Werk allerdings selbst innerhalb der Geschichte des Diebes.
Der steigt nämlich ein in das Haus einer Frau, die ihm am Theaterausgang auffiel. Corinne ist Tänzerin. Ihr und ihrem Duft folgt «der Dieb» auf dem langen Flur ihrer Wohnung mit den geöffneten Türen, die in die diversen Räume führen: Küche, Esszimmer, Salon, Bibliothek, Balkon, Arbeitszimmer von Claude, Kinderschlafzimmer und Bad und Schlafzimmer von Madam. Aber hier kommt ein Geist ins Spiel, denn ZU intim soll es nun nicht werden. 

Den Doppelseiten mit Bild und abgesetztem Text folgen oft Doppelseiten mit Text und bildlichen Zitaten aus vorangegangenen Seiten. Im Vordergrund ist immer unser «samtiger Dieb», der offensichtlich keine Werte stehlen will. Er ist ganz in Schwarz gekleidet und trägt eine ebensolche Brillenmaske, bewegt sich «unsichtbar» längs des Flurs und wird auch nicht erkannt von den vier Bewohnern.
Interessant für uns ist es, wie die verschiedenen Düfte beschrieben werden, sodass wir ihren Geruch wirklich zu riechen meinen – hier nehmen sich «Das Parfüm» und unser Buch wenig.

Die Design-Einlagen im deutlich anderen Malstil stehen im Vordergrund auf dem langen Flur und sind für Kenner ein netter Zusatz, für Neugierige gibt es Hinweise auf dem Vor-, bzw. Nachsatz, die eine eigene Rezension verdienten. 

Ein Buch voller Poesie, mit viel Text zwischen den Bildseiten, die selbst auch immer etwas geheimnisvoll bleiben, viele, viele Einzelheiten für erwachsene Vorleser.

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en