Christa Ludwig:
Himmelshuf und Mähnenmeer

Fotos von Wolfgang Schmidt
Freies Geistesleben
9783772523670
151S * geb * 16,90 € * ab 8 J

 

 

 

Drei spannende Geschichten aus sehr unterschiedlichen Örtlichkeiten werden begleitet mit wunderbaren Fotos voller Liebe für die Pferde, wobei nicht klar ist, welchen Anteil die Fotos an der Entwicklung der jeweiligen Geschichte hatten. Sie zeigen ausschließlich Pferde und keine Menschen, passen aber dennoch zu den Erzählungen: Araber und Zirkus, Islandponys und Rollstuhlmädchen, Appaloosa in Wyoming und ein Monat Einsamkeit. Alle drei Pferde werden anschließend noch einmal auf je 6 Seiten porträtiert.

 

Die drei Geschichten erwarten Lesefähigkeit, aber das Lesen lohnt sich, auch damit man einen zweiten Blick auf die Fotos wirft, die eine große Liebe zu den Pferden zeigen. Ansonsten bleibt ein großartiges Fotobuch über drei Pferderassen, die alle ihre eigene Faszination ausüben.

Die Geschichten springen hinein zu Menschen in ungewöhnlichen Situationen. In der ersten begleiten wir Manuel, ein Zirkuskind, das unter dem Künstlernamen Pardal Trapezkünstler sein muss wie seine Mutter, deren Brüder und seine kleine Schwester. Er aber möchte viel lieber eine Pferdedressur machen wie auch sein Vater. Aber dem Zirkusdirektor ist die Show nicht spektakulär genug. Da hört Pardal, dass es «Lavendelfohlen» gibt und weiß nicht, dass damit nicht nur eine ungewöhnliche Färbung beschrieben wird, sondern zugleich eine tödliche Krankheit durch falsche Zucht.

Die beiden anderen Geschichten warten mit anderen besonderen Situationen auf: Christina ist 12 Jahre alt und seit dem Unfall mit dem Fahrrad vor 5 Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen. Ihre Beine werden nie mehr richtig gesund werden, aber dank der Ponytherapie kann sie wenige Schritte gehen, wenn sie sich am Hals eines der vier ruhigen Ponys festhält. Auch hier kommt es beinahe zu einer Katastrophe, aus der Christina aber gestärkt hervorgeht.
Und in Wyoming vernachlässigt der 15-jährige David seine Pflichten gegenüber den Pferden, weil er das erste Mal richtig verliebt ist. Sein Appaloosa-Fohlen hätte diese Nachlässigkeit fast mit dem Leben bezahlt, denn der Tierarzt kann die Schlundverstopfung im letzten Moment beseitigen.

Drei spannende Geschichten also für alle, die sich für Pferde interessieren, sich zu ihnen hingezogen fühlen, angesiedelt bei jungen Menschen und begleitet von ganz vielen Fotos, die die Lebendigkeit und Schönheit der Tiere zeigen.
Auch die anschließenden Kurzbeschreibungen sind weitab von trockener Sachbuch-Beschreibung. Sie erzählen von den Lebensbedingungen, unter denen sich Araber, Islandpony und Appaloosa entwickelten und schwärmen von ihren Eigenschaften.

Wir haben hier ein Buch, dass deutlich die Liebe zu den Pferden transportiert, dabei eine Mischung von Erzählung und Fotostrecke zeigt. Dabei ist es qualitativ weitab von sogenannten «Pferdebüchern», die oft genug nur «Lesefutter» für schwärmerische Mädchen sind.
Damit erweitert sich die Zielgruppe für das Buch, denn diese werden das Buch lieben, die anderen aber ebenfalls. Erwachsene werden unter ihnen sein.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en