Sebastian Meschenmoser:
Mopsmanns magische Wunderwolle

Esslingen: Esslinger 2011

www.esslinger-verlag.de

ISBN 978-3-480-22857-7
52 S * 9,95 € * ab 05 J

 

 

 

 

Strümpfe stricken ist seit jeher große Großmutterkunst. Dann kam auch noch die Wunderwolle hinzu, die in wohl berechneten Abständen ihre Farbe veränderte und so sehr wundersam ein farblich wohldosiertes Muster hervorbringt. Das ist der Ausgangspunkt, aus dem Meschenmoser eine wahnwitzige Geschichte macht, die auch fünfjährigen Kindern Freude bereitet und sie in eine bestimmte Form von Humor einführt.

Magie ist nicht beherrschbar, oder?

 

Eine eigenwillige Konstellation: Ein Mopshund lebt mit einem weiblichen Schwein zusammen, falsch: mit einer Schweineprinzessin. Pro Tag sind drei Wünsche frei, aber als Mops endlich aufsteht, müde und griesgrämig, denn ein Tag, der gut beginnt, endet «oft miserabel», also da sind schon zwei Wünsche weg: vollautomatische Stricknadeln und ein Wollknäuel, das niemals endet. Und schon ist sie weg und lässt ihn allein mit seinen Problemen, mit seiner Langeweile – und sie nimmt sogar den dritten Wunsch mit. Also beginnt er, sich selbst einen Umhang zu stricken, eine Mütze, Strümpfe, bestrickt den Stuhl, den Tisch, den Eisschrank, die Tasse, die Mäuse (running gag im Hintergrund), den Teppich, die Blumentöpfe samt Pflanzen – und dann nach draußen in den Garten …

Ja, Meschenmosers Humor ist speziell, aber er verpackt ihn so liebevoll in seinen Figuren, die man einfach lieben muss – und damit auch die Geschichte. Ein wunderbar bärbeißiger Mops, der auf dem Bauch liegt mit angelegten «Armen» und das (noch mehr) zerknautschte Gesicht, das sich auch auf dem Rücken liegend kaum ändert. Als krassen Gegenpol zeichnet der Autor eine etwa gleichgroße Sau, die sich auf eine kleine Einkaufstour macht und dabei ein selbst gestricktes Kleid trägt, das einen Rückenausschnitt zeigt, der bis in die Pofalte herunter reicht.

Dieser Art von Selbstkritik taucht auch in den Bildern an der Wand auf, wo sich Meschenmoser wie auch in seinen anderen Büchern selbst karikiert, hier als «Held» zwischen Astronaut und Siegfried aus der Nibelungensaga.

Von dieser Art ist der Humor: sich selbst nicht ZU ernst nehmen, eigene Hässlichkeit oder Unzulänglichkeit in Kauf nehmen, das Lächeln der Angucker ertragen – zu unserem Vergnügen.

 

Schade, dass der Verlag dem Autor immer noch nicht so vertraut, dass man seinen Büchern in der Erstauflage immer noch nur eine geringe Größe zugesteht. Die vielen Details würden - in der Bildgröße verdoppelt – noch mehr Lese- & Schauspaß bringen.

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en