Jasmin Schäfer:
Der Kragenbär

Zürich: Bajazzo 2011

www.bajazzoverlag.de

ISBN 978-3-905871-26-5
44 S * 14,90 € * ab 03 J

 

 

 

 

Der schwarze Bär mit dem weißen Faltenkragen sieht schon ein bisschen lächerlich aus: viel zu kurze Arme, eine extrem lange Nase auf einem breiten Kopf mit ganz kleinen Ohren, eine einzelne Blüte auf einem dünnen, gebogenen Stängel auf seinem Kopf. Wir erleben den Kragenbären als Einzelgänger in verschiedenen Situationen bis ihm ein merkwürdiger Freund (ein Pferd, das wie ein Ballon fliegen kann) an die Seite gestellt wird.

weißer Kragen

Ungewöhnlich sind vor allem auch die gestrichelten schwarzen Zeichnungen auf weißem Blatt, die mit Größenverhältnissen spielen und mit der Perspektive, auf sehr fleißige kleine und schmale Linien hinweisen und einen ganz eigenen Bildcharakter erzeugen, der bis zum Ende durchgehalten wird.

Im Mittelpunkt steht stets der Bär, der seinen Kragen für das Bad inmitten des Birkenwalds abnimmt, sein Frühstück einnimmt, mit der Amsel auf der Wippe spielen will, sich Gedanken macht, über die Welt sinniert, verreist, mit seinem «alten» (einzigen?) Freund Fußball spielt oder seine Ohren beim Stricken benutzt. Und dann entschwebt der Freund wie ein mit Gas gefüllter Luftballon in den Himmel.

 

Die Bilder sind sehr innovativ und je sehr eigen gestaltet. Viele erzählen nur für sich genommen eine je eigene Geschichte. Insgesamt gesehen aber gibt es keine Linie innerhalb des Buchs, keine Erzählidee. Das Buch ohne Text, die Bilder ohne Buch – das wäre Klasse, darüber ließe sich viel erzählen, machen, staunen, spintisieren.

Ein gutes Beispiel, dass manchmal (viel) weniger (viel) mehr sein könnte.

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en