Eva Strittmatter & Kristina Andres:
Großmütterchen Gutefrau und ihre Tiere

Berlin: Aufbau 2011

www.aufbauverlag.de

ISBN 978-3-351-04149-6
32 S * 14,99 € * ab 03 J

 

 

 

 

Der Charme der 50er / 60er Jahre durchzieht das Buch. Das beginnt mit den Namen der Hausbesitzerin und ihrer Tiere und setzt sich in den Zeichnungen fort. Großmütterchen verlässt das Haus, um Holz zu sammeln. Nun hat es der fast blinde alte Hund schwer, die drei anderen Tiere des Hofes vom Eindringen abzuhalten, denn im Haus warten diverse Leckereien auf sie.

Verlässlichkeit

Der alte Hund heißt immer noch «Schnappdendieb», obwohl er fast blind ist und nur noch wenige Zähne hat. Draußen leben die Katze «Mausdiemilch», die Ziege «Rupfdieblum» und der Hahn «Scharrimbeet». Alles natürlich sprechende Namen, die aber nicht darauf hin deuten, dass die drei Letztgenannten liebend gern in das Haus eindringen würden, um sich einen kleinen, aktuellen und kurzen Vorteil zu ergattern. Die Chance eröffnet sich, als Gutefrau in den Wald geht, um neues Holz zu holen, aber dennoch gelingt das Eindringen der Drei erst als die Ziege gegen das Fenster springt. Der Wohnraum ist offen. Allerdings nur für eine Weile, denn der Hund schließt die Ladenfenster von außen. So sind die drei zwar drinnen, aber auch gefangen. Eine schöne Geschichte mit einer einfachen und klaren Moral.

 

Die Bilder folgen scheinbar diesem alten Weg von vielen Kinderbüchern dieser Zeit, aber ein kleines Indiz ist immerhin die Satellitenschüssel auf dem ersten Bild, kaum erkennbar, fast naiv gemalt, um die Protagonisten vorzustellen, aber auch die ländliche Umgebung und die scheinbare «Heile Welt». Die alte Frau sitzt im Zentrum, und zwei der drei späteren Abtrünnigen kuscheln sich an sie. Später wird man sich fragen: Wem kann man trauen?

Das nächste Bild zeigt, dass nicht alle gleichberechtigt sind, denn nur der Hund ist mit Großmütterchen innerhalb des Hauses, das ohne Wände dargestellt wird, keinen Horizont zeigt. Nur das Fenster deutet an, dass es ein Außen gibt. Aber auch das Innere des Raums ist gar nicht anheimelnd: Ein Besen lehnt über einer riesigen roten Rübe, eine Pfanne mit einem Spiegelei steht kurz daneben auf dem Fußboden. Wenige andere Dinge, keine Kante, keine Wand.

Ein Happy End für die Großmutter ist vorgesehen, heißt sie doch «Gutefrau».

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en