Anne Möller:
Die weite Reise der Mauersegler

Zürich: Atlantis 2011

www.atlantis-verlag.ch

ISBN 978-3-7152-0622-6
32 S * 14,90 € * ab 05 J

 

 

 

 

Man sagt so leicht, dass der Lebensraum der Vögel die Luft sei, aber hier trifft es einmal wirklich zu: Mauersegler landen nur aus Gründen des Nachwuchses. Alles andere wird im Flug erledigt: Essen, Schlafen, Umzug in den Süden Afrikas und Rückkehr, wenn es hier wieder genug Insekten gibt. Was der Mauersegler eventuell nicht mehr findet, sind geeignete Öffnungen im Mauerwerk der Häuser, damit er einfliegen kann und gleich abseits eine dunkle Höhlung findet. Eine Bauanleitung für eine einfache «Höhle» beendet das Buch.

«Mauersegler schrei‘n, zersicheln diese Luft»

(F. J. Degenhardt)

Anne Möller gelingt es wieder einmal, ein interessantes Thema zu finden und so aufzubereiten, dass Kinder ab vier oder fünf Jahren sich zum vorgelesenen Text gut einfinden können. Gute Leser der ersten Klasse werden mit dem groß gedruckten Text und der relativ einfachen Satzstruktur Leseerfolge erzielen, wobei die Bilder eine große Hilfe sein werden. Zu Beginn sind Bild und Text wie gewohnt getrennt, später wird der Text integriert sein im Bild oder eine gedrittelte Breitwand zeigen: Die linke wie die rechte Seite zeigen oben wie unten einen Bilderstreifen, der mittlere trägt den schwarzen Text auf weißem Grund. Wir sehen das Aufwachsen eines kleinen Mauerseglers vom nackten Körper über das Fordern von Nahrung zu den ersten Flugversuchen in der Höhle bis zum mutigen Abstoß von der Kante in die Luft.

Dann sind wir auch schon beim typischen Flugverhalten der Mauersegler mit den sichelförmigen Flügeln und den geteilten Schwanzfedern. Husch, sind sie vorbei, schneiden Kurven in einem ungeheuren Tempo, dass man anschließend meint, ob es wirklich ein Vogel war, den wir gerade aus den Augenwinkeln wahrnahmen.

So elegant der Mauersegler in der Luft ist, so plump ist er auf dem Boden, ja, er bekommt nicht einmal «genug Luft unter die Schwingen». Gut, dass es auch in Südafrika aufmerksame Kinder gibt, die Starthilfe leisten können.

 

Wenn die Kategorie des Buches benannt werden soll, so ist es eher ein Sach- als ein Bilderbuch, auch wenn die Bilder einen großen Teil der Sachinformation tragen. Immer dann, wenn sie sich auf die Illustration des Sachzusammenhangs beschränken, sind die Bilder sehr gut, detailreich und genau.

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en