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Chris Haughton:
Kleine Eule ganz allein

Aus dem Englischen von Stephanie Menge

Mannheim: Sauerländer 2011

www.sauerlaender.de

ISBN 978-3-7941-5272-8
32 S * 14,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Eine schöne Idee: Eine halbe Seite zu Beginn zeigt, was passiert: Klein-Eule im 45-Grad-Winkel auf der kleinen Plattform, dann – durch eine weiße punktierte Linie angedeutet – pom-pom-pom und «Ach herrje!» stürzt sie nach unten, jetzt mit weit geöffneten Augen. Das Eichhörnchen übernimmt die Regie. Du suchst deine Mutter? Wie sieht sie aus?

Schnellschlaf

Die Geschichte folgt einem erprobten Muster von Wiederholungen im Text. Das Eichhörnchen fragt zunächst, wie Mutter Eule aussieht, um dann sofort «Ja, ja, ich weiß schon» zu rufen. Aber es gibt auch noch andere Tiere, die (1) sehr groß sind, (2) hochstehende Ohren haben, (3) aus großen Augen schauen. Witzigerweise endet die Suche mit einer ähnlichen 45-Grad-Winkel-Einschlaf-Situation.

 

Das Bilderbuch heißt so, weil die Bilder mehr sagen wollen als die Geschichte selbst, jene also als Mittel benutzt. Es beginnt mit einem schwachen Komplementärkontrast: Unter einem stumpfen Grün als Himmelersatz liegt ein Land, das in mehrschichtige stumpfe Rottöne sich überlagern und verschiedene Silhouetten zeigen. Schwarze Bäume, die eher wie Kratzbäume von Katzen ausschauen, also diverse kleine Plattformen haben. Genau so poltert die kleine Eule herunter und sucht danach ihre Mutter.

Die folgenden Bilder greifen entweder den o. g. Kontrast auf, oder aber sie stellen die «Personen» - ausgeschnitten und aufgeklebt - inmitten eines weißen Blattes. Wenn blaue und dunkle Grüntöne in die Bilder kommen, wissen wir, dass es wieder dunkel wird, also eine Zeit, in der die Eulen munter werden. Nicht so unsere kleine Eule, denn die Tageszeit war sehr anstrengend. Da wird man schnell auch mal wieder sehr müde.

 

Eine einfache Geschichte, die einfache Wahrheiten transportiert. Kinder brauchen ihre Mutter, sie suchen sich gegenseitig und sind glücklich, wenn das kleine Abenteuer überstanden ist (schade, dass wir nichts über die Suche der Mutter nach ihrem Kind erfahren). Es findet sich offensichtlich immer jemand, der hilft, auch wenn es nur ein Eichhörnchen ist. Die Mutter ist die, zu der man immer zurückkehren kann, wo man geschützt und sicher ist.

Eine schöne Botschaft, mit einer Spur Humor in den Bildern – besonders das letzte Bild verweist auf eine Wiederholung der Geschichte. Das ist geschmacksbildend in Bezug auf die Bilder und auf die kleinen Nebenbotschaften.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en