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Rudolf Herfurtner & Anette Bley:
Der Fliegende Holländer

Die Oper von Richard Wagner

Wien: Annette Betz 2011

www.annettebetz.de

ISBN 978-3-219-11463-8
32 S * 19,95 € * ab 05 J

 

 

 

 

Der Kern der Legende ist seit rund 400 Jahren bekannt: Ein verwunschenes Geisterschiff segelt um die Welt. Der Kapitän schwor einst beim Teufel, gegen den Sturm nicht aufzugeben. So ist er und sein Schiff verwunschen. Nur jedes 7. Jahr darf er an Land, um eine Jungfrau zu finden, die treu zu ihm stehen wird und ihn erlöst. Diese Geschichte und die von Richard Wagner und der Entstehung der Oper werden erzählt und mit Musikbeispielen daraus auf CD begleitet.

Geisterschiff

Das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika hieß zunächst «Kap der Stürme», denn der starke Südost-Wind von Oktober bis April zwang die Segelschiffe zu oft wochenlangem Kreuzen ohne nennenswerten Raumgewinn. Das traf auch auf die sehr schlanken holländischen Schiffe mit geringem Tiefgang zu, die bei gutem Wind über das Wasser zu fliegen schienen.
Rudolf Herfurtner mischt das Leben des jungen Richard Wagner und seiner Idee für die Oper mit der Legende selbst. Dazu erfindet er einen zottigen Hund, dessen Fell an den Mantel des «Fliegenden Holländers» erinnert und mischt die Flucht des jungen Ehepaars Wagner aus Riga nach London, später Paris und endlich Dresden, wo die Oper 1843 uraufgeführt wurde.

Obwohl im Text auf die entsprechenden 13 Musikbeispiele auf der beigefügten CD hinweist, so stimmt der zeitliche Aufwand des Lesens mit dem des Hörens nicht annähernd überein. So muss zunächst die Geschichte (vor-) gelesen werden und anschließend die Musik in einem zweiten Durchgang passend dazu gehört werden. Der Zugang zur nicht unbedingt populären Musik der Oper wird damit allerdings erheblich erleichtert.

Die Illustrationen von Anette Bley sind immer dann sepiafarben, wenn wir bei dem Ehepaar Wagner sind, ansonsten bleiben sie im grün-braunen Bereich, es sei denn, dass von den roten Segeln des Geisterschiffs die Rede ist.
Der zuvor separat abgedruckte Text ist dann auch in die Bilder hineingesetzt, sodass wir auch optisch immer wissen, auf welcher Ebene wir uns befinden.

Die 13 Musikbeispiele mit knapp 70 Minuten sind einer Produktion von 1993 entnommen. Die Tracks sind auf dem Innenteil des Buchrückens kurz erklärt, sodass wir die Titel erfahren und die singenden Personen. Innerhalb des Textes gibt es chronologische Hinweise auf die Musik. 

Insgesamt ist positiv zu vermerken, dass auf mehreren Ebene eine wunderschöne Musik über eine bebilderte Geschichte, die wiederum die Legende und den Komponisten miteinander verwebt, an junge Menschen weiter gibt. Ein gutes Konzept ebenso umgesetzt.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en