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Hildegard Müller:
Der Cowboy

Hamburg: Carlsen 2011

www.carlsen.de

ISBN 978-3-551-51746-3
32 S * 12,90 € * ab 03 J

 

 

 

 

Die wunderbare kleine Geschichte spiegelt sich im Wechsel des Adjektivs wider, denn zunächst findet Anna den Cowboyhut des Jungen am Strand «ganz blöd» und am Ende ist er «schön» in ihren Augen. Dazwischen wird von ihrem Spielzeughund erzählt und dass dieser fast ertrunken wäre.

von blöd zu schön

Ganz kurze Sätze. Ganz kurze Namen: Anna, Toto, Meer. Den Namen des Jungen erfahren wir nicht, ebenso sehen wir nicht sein Gesicht. Es ist einfach der Junge mit dem Cowboyhut. Dass er auch ein Lasso lässig über seiner Schulter hat, während er sich auf dem nicht mehr ganz intakten Liegestuhl lümmelt, nehmen wir zunächst gar nicht wahr – obwohl Hildegard Müller uns zu Beginn zum genauen Schauen brachte. Die Erwachsenen spielen kaum eine Rolle, die Geschichte konzentriert sich auf die kleine Anna, ihren kleinen Hund und den kleinen Jungen. Toto hat schwarze Tupfer auf dem weißen Körper. Er steht auf einem grünen Brett, das wiederum auf vier roten Rollen festgemacht ist. So ist es kein Wunder, dass Toto gleich beim ersten Versuch «schwimmen lernt». Anna kann ja nicht ahnen, dass die Wellen manchmal kleine Hunde mit hinausziehen aufs Meer.

 

Der Text ist grafisch gestaltet, einige Wörter stark herausgehoben, die Schreiblinie nicht immer gerade. Die Sätze könnten ihrer Struktur nach einer Lehrfibel entnommen sein, wofür auch die Wiederholung der Namen sprächen.

Wie die Geschichte, so die Bilder. Die Flächen sind schwarz umrandet und möglichst einfarbig (nur das Rot von Rock und Halstuch hat weiße Tupfer). Annas Augen sind zwei schwarze Punkte, die Nase ein Bogen, die Wangen leicht gerötet. Das blonde Haar ist schulterlang und leicht struppig. Ein kleines, sehr selbstbewusstes Mädchen.

Der Hintergrund der Bilder ist einfach gehalten, es gibt nur einmal einen sehr hohen Horizont – und einen auf dem letzten Bild. Aber von dem soll hier nichts weiter verraten werden, ist es doch überraschend und wunderbar kitschig.

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en