Muzo:
Gute Reise, kleine Wolke

Baar: Aracari 2011

www.aracari.ch

ISBN 978-3-905945-10-2
28 S * 12,90 € * ab 03 J

 

 

 

 

Ein großer Kochtopf auf dem offenen Feuer im Kamin wird gelüftet und befreit eine kleine blaue Wolke. Die Punktaugen schauen neugierig, die Nase ist in die Zukunft gestreckt und der Mund ist freundlich gebogen. Ihre «Schöpferin» mit dem hohen Hut in der Farbe ihres Kleides und der großen gebogenen Nase winkt ihr freundlich zu und wünscht ihr eine gute Reise. Wir verfolgen sie.

Mit offenen Augen durch die Welt

Ein Buch, das sich ausschließlich über die Bilder definiert, kein Text, keine Geschichte daneben, ein Buch aus Bildern. Das schmale Querformat des Buches fordert geradezu auf, die Geschichte von links nach rechts zu erzählen, sogar Tempo aufzunehmen, umzublättern, damit es weitergeht, so schnell wie eine kleine Wolke fliegen kann.
Unsere kleine Wolke erfreut zunächst zwei fast vertrocknende Blumen (herrlich die lange heraus hängende Zunge und die tiefen Augenlider) und füllt dann den ausgetrockneten Teich für den Frosch.

Der Humor kommt für den genauen Betrachter nicht zu kurz. So wird das Glas Wasser auf dem Weg zum Gast des Restaurants gefüllt, spielt die Wolke mit sich selbst, während ansonsten nichts unter ihr geschieht, reinigt sie sich nach einigen Unbillen, wagt ein Tänzchen und bietet sich als Nest an. Dass sie gegen Ende noch einen Freund findet (political not correct!) – ein Hase mit zwei Federn zwischen seinen Ohren, die aussehen wie seine Ohren, vermittelt die Freundschaft – gönnen wir der kleinen Wolke von ganzem Herzen. 

Herrlich, wie Muzo scheinbar mit leichter Hand seine Geschichte «erzählt». Er umrandet schwarz seine farbigen Flächen, gibt vielen Gegenständen ein Leben durch zwei Punktaugen. Selbst die kleinen Häuser im Hintergrund mit den roten Dächern scheinen der kleinen Wolke freundlich gesonnen. Und genau da, als auch die Arbeit getan scheint, das weitere Leben unklar wird, da kommt unverhofft ein ganz anderer Freund daher.

Das ist ein schönes Lebensmotto, an das wir gern glauben wollen, positiv eben.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en