Margareta Fridén:
Linas Uhrenbuch / Lina’s Book of Hours

Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger,
Gabriele Haefs & Bill McCann

Hildesheim: Olms 2011

www.olms-junior.de

ISBN 978-3-487-08851-8
25 S * 12,95 € * ab 04 J

 

 

 

 

Die ganz süße (weibliche) Maus lebt in einem Holzhaus mit typisch schwedischer roter Färbung. Wir erleben mit ihr einen Tagesablauf zu je der vollen Stunden in zwölf Bildern. Der Text dazu ist zweisprachig (deutsch – englisch aus dem Schwedischen übersetzt) und leider je gereimt, denn dieser Anspruch geht auf Kosten des Tagesablaufs einer (menschlichen) Maus in einer heilen Welt.

Mäuse-Einmaleins

Das querformatige Buch zeigt rechts, dass es sich um ein Bilderbuch handelt, aber auch der Text auf der linken Seite ist gestaltet. Hauptaugenmerk liegt auf der Uhr mit den ziseliert gestalteten Uhrzeigern, die um 09 Uhr beginnt (Mäuse schlafen wohl länger als Hexen), dafür ist das Mobiliar ebenfalls aus den «alten Zeiten»: Bade-Waschzuber, «Baden» in vollständiger, wadenlanger Kleidung, kochen mit emaillierten Töpfen auf einem Herd, der mit Feuer seine Arbeit verrichtet, den wir von den Urgroßmüttern kennen («Stangenherd» heißt er bei uns, hier allerdings ohne Stangen).
Die Figuren sind «unförmig», denn auf einem relativ mächtigen Körper ruht auf einem sehr dünnen Hals ein entsprechend großer Kopf. Die Arme und Hände sind dagegen sehr kurz und klein, die Beine lang und dünn mit extrem langen Füßen. Die Konturen sind sehr unscharf gezeichnet, es fehlen Horizonten, sodass die Bilder etwas Traumhaftes in sich führen. Die integrierten Texte konnten wohl nicht (oder nur mit großem Aufwand) aus dem Schwedischen übersetzt werden, zumal dann die Frage auftauchte: Deutsch oder Englisch?

 

Zum Text und zur Zielgruppe muss leider gefragt werden: Wer ist die Zielgruppe, wer kann sie sein? Das typische Bilderbuchalter endet für eine gewisse Zeit bei vielleicht 8 Jahren. Die Akzeptanz steigt dann wieder leicht an, bis man bei etwa 15 Jahren wieder zugeben mag, dass man Bilderbücher gern anschaut und auch liest. Das zweisprachige Alter liegt also genau in der nicht akzeptierten Phase – es sei denn, ein Kind würde zweisprachig aufwachsen.

Ja, für Erwachsene ist eventuell interessant, dass der deutsche Text zum Beispiel sechszeilig ist (paarweise gereimt), der englische dagegen nur vier Zeilen benötigt. Für die, die ja auch potentiell vorlesen, ist der Bruch der Versmaße ebenso unerfreulich wie unsaubere Reime (sleepy auf settee / ziehen auf Bienen).

 

Dem sehr positiven ersten Eindruck des Buches (= Bilder) folgen leider eine Reihe von Kritikpunkten, die allerdings alle den Text betreffen.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en