Michael Ende & Henrike Robert:
Die Ballade vom Seiltänzer Felix Fliegenbeil

Berlin: Kindermann 2011

www.kindermannverlag.de

ISBN 978-3-934029-41-5
32 S * 15,50 € * ab 05 J

 

 

 

 

Die ungewöhnliche Ballade eines Seiltänzers, dem nichts am Applaus des Publikums lag, nichts an Ruhm oder Geld, sondern nur an der Verbesserung seiner Kunst, wird mit scheinbar einfachen, flächigen Figuren zum Bilderleben erweckt. Sehr beeindruckend.

Steigerung für Seiltänzer?

Ein grauer Körper in einem langärmlig-kurzbeinigem, engen und schmutzig-gelbem Einteiler, dazu gelbe Ballerinas, wie sie für Seiltänzer typisch sind, die die Faser des gespannten Seils mit ihren Fußsohlen spüren mögen. Am auffälligsten aber ist der Kopf: ein unregelmäßiges Fünfeck mit abgerundeten Ecken, darin zwei deutliche Punkte für die Augen und ein kurzer Mund; nur das rechte Auge erhält eine Augenbraue. So ähnlich zeichnet Henrike Robert auch die wenigen anderen Menschen, gibt ihnen allerdings auch ein «Z» für Braue plus Nase (so, wie es Alexej von Jawlenski mit seinen «abstrakten Köpfen» vorzeigte) und je eine andere Kopfform, behält jedoch bei: grauer Körper in einem farbigen Einteiler.

Trotz, vielleicht sogar wegen dieser sparsamen Malweise, konzentrieren wir uns auf die Haltung und den Text und stellen fest, dass sich beide hervorragend ergänzen.

Wie für eine «Ballade» üblich, wird eine Geschichte mit deutlichem Höhepunkt (gereimt) dargeboten. Auch wenn anders getrennt wird, so gehören doch je acht Verse zueinander, die äußerlich leicht getrennt werden, da die ersten vier sich paarweise, die zweiten vier Verse sich kreuzweise reimen, neun Strophen insgesamt, wobei die erste und die letzte identisch sind.

Text wie Bild erwecken deutlich die Freude an Balladen – und viel mehr kann man von einem Bilderbuch nicht erwarten.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en