Kerstin Schoene:
Monster gibt es nicht …

Zürich: Bajazzo 2011

www.bajazzoverlag.de

ISBN 978-3-905871-22-7
44 S * 12,90 € * ab 03 J

 

 

 

 

Ein Monster kämpft um Anerkennung. Ja, wo sind wir denn hingekommen, wenn nicht einmal die Kinder mehr an Monster glauben, geschweige denn, dass sich jemand vor dem Monster fürchtet?! Schön gezeichnet und gar nicht gruselig.

Selbstverständlich gibt es Monster

Braun ist unser Monster, mit grünen Flecken. Die Ohren sehen aus wie ausgefranste Zöpfe, sein Geweih hieße bei einem Hirschen «Zweiender», «dreikrallig» heißen die Finger und Zehen. Die beiden dreieckigen Zähne im Unterkiefer haben keine Gegenpartner, die Glubschaugen haben unterschiedliche Pupillen und schielen tut es auch. Dazu kommt seine Stärke: Es jongliert mit Kühen, schleppt einen Riesenkraken heran und reißt Bäume aus. Also: Alle Voraussetzungen zu einem furchterregenden Wesen sind gegeben.

Aber interessiert das irgendjemanden? Der kleine Junge vor dem Fernseher spielt mit ihm das einfachste Computerspiel «Pong», dem Nachfolger von «Tennis for Two», der Bauer kommt wütend mit seiner Mistforke angelaufen, der Angler schaut ihn von unten her an («Störe mich nicht!» sagt dieser Blick) und selbst der Hund benimmt sich völlig respektlos: Er pinkelt ihn ans Bein.

 

Eine schöne Idee für ein Bilderbuch, eine ebensolche Geschichte und natürlich die sehr gelungenen Bilder selbst sind zu loben. Und auch wenn alles getan wird, dass wir an Monster glauben sollen, so wird zugleich alles getan, dass wir keine Angst vor «Monstern» haben oder bekommen.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en