Elisabeth Steinkellner & Michael Roher:
Die neue Omi

Wien: Jungbrunnen 2011

www.jungbrunnen.co.at

ISBN 978-3-7026-5826-7
28 S * 13,90 € * ab 04 J

 

 

 

 

Die «alte» Omi sieht ganz genauso aus wie die «neue» Omi, und wir verstehen erst ganz langsam, dass es sich um die gleiche Person handelt, die aber offensichtlich irgendwie anders ist, «neu» eben. Als Mama sagt: «Wir müssen alle ein Auge auf die Omi haben, Fini», wird klar, dass Omi «vergesslich» geworden ist.

Alzheimer

Als die «alte» Omi aus dem Krankenhaus zurückkommt, ist sie nicht mehr die gleiche, sie ist die «neue» Omi. Die Ärzte haben gesagt, dass es fast ein Wunder ist, dass «sie wieder aufgewacht ist». Von dem Moment an kehrt sich vieles um. Das Kind soll auf die Omi aufpassen (was nicht immer gelingt), sie liest der Omi Gute-Nacht-Geschichten vor, sie hilft beim Frisieren, und doch liebt die Enkelin ihre neue Großmutter wie sie ihre alte Großmutter liebte.

 

Die Bilder sind im Grundton Sepia mit etwas mehr Rotanteilen. Die Großmutter erkennen wir an der großen Brille auf der dicken Nase, egal, ob sie früher die streng zurückgekämmten Haare und dem Dutt trug, oder zum Schluss lustige kleine ungekreuzte Zöpfchen – genauso, wie sie ihre Enkelin schon lange bevorzugt und wie es die «alte Omi» damals beklagte.

Unnötig, dass der Illustrator Michael Roher Tiere in seine Bilder einbaut, die dort gar nichts zu suchen haben, sei es die Katze, sei es die Maus, die zudem frech auf der Gans sitzen darf oder sogar auf der doppelten Fini, beobachtet von zwei weiteren kleinen Mäusen unter dem Stuhl.

Das hat die Geschichte nicht nötig, denn das Wichtigste zum Schluss ist: Omi wie Fini strahlen über das ganze Gesicht und fühlen sich wohl. So muss es sein.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en