Aesop & Ayano Imai:
Die Stadtmaus & die Feldmaus

deutsche Textfassung von Werner Thuswaldner
Bargteheide: Minedition 2011

www.minedition.com

978-3-86566-129-6
28 S * geb * 12,95 € * ab 3 J

 

 

 

 

Eine kleine Fabel darüber, dass es woanders doch nicht schöner ist als zu Hause – wunderbar von Ayano Imai auf Leinen gemalt und gezeichnet und mit wenigen Einzelheiten liebevoll verziert.

Zufrieden aus der Fremde zurück

Beide Mäuse sind wenigstens mit einer Weste bekleidet, damit man auch merkt, dass die Geschichte nur vordergründig von Mäusen handelt. Die Stadtmaus trägt zur geschlossenen Weste außerdem eine Krawatte und einen etwas zu klein geratenen roten Hut, der zwischen seinen Ohren sitzt und ihn ein bisschen lächerlich erscheinen lässt. Freundlich sind sie beide, die leicht rötliche Landmaus, die Besuch von der lieben Freundin aus der Stadt erhält, und eben diese.

Der Tisch, ein glatt abgesägter Baumstumpf; ist gedeckt mit wenigen Tellern, auf den nur wenige Früchte und Blätter liegen. Umrahmt von weißen Kleeblüten und Wiesenschaumkraut und Rispengräsern, von oben hängt merkwürdigerweise eine Lampe aus zarten weißen Blättern, ein flatternder Schmetterling zeigt, dass wir Sommer haben. Die Feldmaus balanciert neue kleine Köstlichkeiten heran, aber das beeindruckt die Stadtmaus überhaupt nicht, denn sie lebe in der Stadt im wahren Luxus.

Also ziehen beide in die Stadt, um genau diesen zu genießen. Sie kommen in eine vollkommen andere Welt: Spitzwegerich versucht sich in den Ritzen zwischen den Mauern einen Weg zu bahnen, eine leere Flasche zerdrückt das bisschen Gras unter der Wäscheleine vor den schmutzig-grauen Hauswänden. Der räumliche Unterschied könnte kaum größer sein – und der inhaltliche ebenso.

Am Ende des Tages bringt die Stadtmaus ihre Freundin noch bis vor die Stadt, dann trennen sich ihre Wege und beide wissen, wo sie hingehören. Ein wunderschönes fast symmetrisches Bild der beiden Mäuse und Wege, die an ihrem Ende hohe Häuser bzw. hohe Bäume zeigen. Und freundlich sind die Gesichtsausdrücke beider Mäuse immer noch.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en