Mathias Jeschke & Jens Rassmus:
Wie das Wiesel dem Riesen den Marsch blies

Köln: Boje 2010

www.boje-verlag.de

ISBN 978-3-414-82248-2
60 Seiten * 9,95 € * ab 05 Jahre

 

 

 

 

 

Witzige Wendungen und Reime findet Mathias Jeschke in seinen Gedichten. Die Themen sind aus dem Alltagsleben und strotzen vor Freude an der Sprache und am Un-Sinn, der dann schon wieder Sinn macht. Das kürzeste Gedicht hat neben der Überschrift («Was ich will») nur zwei Wörter: MEER / SEEN.

Wiese, Wiesel, Riese, Riesel, Kiesel

Die Bilder gehen deutlich über das bloße Illustrieren hinaus. Angeregt vom Sprachwitz in den Gedichten, zeichnet Jens Rassmus einen Riesen, der sich bückt und dabei einem Gorilla nicht unähnlich ist mit der Haltung von Arm und Hand, einen Hamster mit einem Handtuch so, wie es ein Sportler trägt, zum Zahlengedicht zwei Namen auf den T-Shirts von Junge (Ben) und Mädchen (Sie). Zum Schüttelreim zu Witwe Bolte zeichnet er im Stil von Wilhelm Busch, sein Friseur trägt auf der Schürze «Komm hair», sein Supermann ist «Der Denker» von Rodin.

 

Die Sprache wie die Themen sind unabhängig von der Zeit, in der sie geschrieben wurden. Der Sprachwitz äußert sich auch in der Form der Gedichte, in denen auch mal ein einziges Wort die zweizeilige Strophe beendet («Ist der Klopfton vom Specht / echt?») oder auch nur im Kontext verständlich ist: «Je tüter die prall / je öffner der Knall» (aus: «Drei Variationen auf Kartoffelchips»).

Jeschke verwendet den Stab- wie den Schüttelreim, reimt paar- oder wechselweise, reimt «verarmt» mit «umarmt» und strahlt sowieso fast nur Positives aus.

 

Das ist Lyrik zum Anfassen, Gedichte mit Spaß, wunderbar illustriert und erweitert.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en