Claudia Carls:
Woher kommt der Wind

Bargtheide: Minedition 2010

www.minedition.com

ISBN 978-3-86566-125-8
32 Seiten * 12,95 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Theresa ist ein Kind mit großen Augen, langen roten Haaren und einer ausgeprägten Fantasie. Sie stellt die Frage des Titels, und die fliegenden Frösche antworten ihr auf immer neue Weise, indem sie Ursache und Wirkung vertauschen. Das geht so lange gut, bis der Nordwind die Sache richtig stellt.

Theresa, Frosch und Wind

In die surrealistischen Zeichnungen hat Claudia Carls stark bearbeitete Fotos von Theresas Kopf und ihren Händen integriert. Die großen Augen sind nicht etwa besonders wach, sondern zeigen ein verträumtes Mädchen, das sich ihre eigene Sicht der Welt zurecht denkt. Und die sieht ganz anders aus als die, die wir sehen, wenn wir aus dem Fenster schauen. Artischocken werden zu Bäumen und Fische treiben die Wellen, fliegen aber auch im Wind oder bilden gespenstische Silhouetten. Die erkältete und Fieber messende Theresa liegt auf einem brüllenden Wolf und ein Drachen mit Pfauenfedernschwanz und menschlichen Armen treibt Theresas Luftballon. Ein akribisch realistisch gezeichneter Gullideckel hält das Bild in Waage.

Zwischendurch überlegt der vorlesende Erwachsene, ob hier nicht Falsches verbreitet wird und das Kind im Kindergarten darob ausgelacht werden wird, aber die Gefahr wird mit wenigen wohl gesetzten Worten weggeweht – auch wenn die wirkliche Ursache von Wind nicht erklärt wird. Muss auch noch gar nicht. Dafür ist später die Schule da.

Ganz viel zu gucken, sehr wenig gestalteter und im Bild integrierter Text und versteckte Strukturen machen das Buch zu einem, das man immer mal wieder sehr gern in die Hand nimmt.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en