Catherine Rayner:
Erik

Aus dem Englischen von Nikolaus Chabroh

Köln: Boje 2010

www.boje-verlag.de

ISBN 978-3-414-8247-5
24 Seiten * 12,95 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Schlechtes Wetter gibt es nicht. Es gibt nur ungünstige Kleidung. Einen zu großen Elch für ein Bilderbuch gibt es auch nicht. Es gibt nur ein zu kleines Buchformat. Ein schöne Idee wird sehr schön umgesetzt und bringt uns einen neuen Sympathie-Träger: Erik – und seinen kleinen Freund, eine Art Streifenhörnchen.

Im Kasten

Es gehört zu den Gestaltungsprinzipien von Bildern, dass ein kleiner Teil des Abgebildeten aus dem Bild herausragen soll: eine Falte des langen Kleides, ein Arm, eine Fußspitze. Um solche Kleinigkeiten handelt es sich hier nicht. Erik ist schließlich ein Elch, und Elche sind ziemlich gewaltig große und beeindruckende Tiere. Lange Beine haben sie auch noch neben den ausladenden Geweihschaufeln. Aber selbst Elche haben Freunde. Eriks Freund ist ein kleines Streifenhörnchen, das zwar von Beginn an als Zeichnung dabei ist, aber erst in der Mitte des Buches im Text erwähnt wird. Der Freund ist es, der das Problem letztlich löst – und es ist eine überraschende Lösung, obwohl sie doch sehr nahe liegt.

 

Die Autorin ist zugleich die Illustratorin. Sie zeichnet auf grünem Millimeterpapier und schafft mit Erik eine Figur, die man liebhaben muss. Er ist groß, ja, und stark erscheint er auch. Dabei hat er Ohren, die umknicken müssten, weil sie so schmal zulaufen, und die Nase ist braun, groß und erscheint weich und umhüllt einen freundlichen Mund. Zwei schwarze Knopfaugen, ein mit Wachsmaler gezeichnetes Geweih, mit schwarzer Farbe fast schlampig gezeichnete Körperumrisse und einige braune Flecken, die in ihrer Intensität an Schmutz auf braunem Körper erinnern – es erscheint so einfach, eine sympathische Figur zu erfinden. Ist es aber nicht, wie alle wissen, die es einmal versuchten. Und Catherine Rayner erfindet noch eine Partnerfigur, die zunächst als „running gag“ mit etwas Unfug im Kopf (kleine Zugabe an die erwachsenen Vorleser) auftritt.

Die Situation können Kinder ab 3 Jahren gut nachvollziehen, sehen sich vielleicht selbst in der Rolle des kleinen Streifenhörnchens. Ein Rollenspiel nach dem Vorlesen bietet sich geradezu an.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en