Christa Unzner:
Dunkel war’s, der Mond schien helle

Leipzig: LeiV 2010

www.leiv-verlag.de

ISBN 978-3-98603-356-7
12 Seiten * 9,95 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Ein bekanntes Gedicht des Volksmund, mehrfach erweitert und verballhornt, dient dem Bilderbuch in Art der Wimmelbücher viele Situationen zu zeigen, die unmöglich sind in unserer Welt. Aber vielleicht gibt es ja auch eine andere – dann wäre das Buch aber nicht mehr so lustig und erstaunlich. Belassen wir es also bei unserer und freuen uns über die Bilder.

Lauter Lügen

Wir leben in einer Welt des Dualismus. Wenn etwas nach unten fallen kann, dann kann es auch nach oben schweben. Wenn man beides vermischt, dann entstehen neue Welten. Solche hat uns Christa Unzner mit ihren Bildern geschaffen, zu denen sie fünf Strophen des allseits bekannten Gedichts «Dunkel war’s, der Mond schien helle» illustrierte. Dabei sind die vier Zeilen einer Strophe mit je zwei Widersprüchen, Unmöglichkeiten nur eine von vielen Absonderlichkeiten.

Wir sehen einen Erdbeerbaum und einen Ballon, der verkehrt herum schwebt; eine Frau, die sich aus dem Fenster lehnt, aber oben an ihrer Decke kopfüber sitzt; einen schwarzen Schneemann mit einer Bananennase; einen Fußweg, der sich gerade mit einer Sardinendosenöffnungsrolle ausbreitet, damit die im Affentempo heranrasende Schnecke weiterflitzen kann; einen Frosch, der aus einem Maulwurfshügel herausschaut …

Der Erfindungsreichtum ist zu bestaunen, die merkwürdigen Szenen sind zu besprechen und oder einfach nur zum Staunen geeignet oder einfach zum Lustig finden – bis auf das Hasenskelett mit Fellmantel und Hasenohrenmütze, das auf dem Sandhügel Schlittschuh läuft. Das ist ein bisschen gruselig. Aber da können wir ja schnell weiterblättern – um gleich darauf noch einmal, huhhh!, zurückzublättern.

 

Ein tolles Buch, das schon auf der Titelseite großen Aufforderungscharakter zeigt: Dieses Buch solltest du dir unbedingt anschauen. Sogar mehrfach. Auch: oft.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en