Michael Fuchs & Marie Hübner:
Monstermäßig erzogen

Frankfurt: Kinderbuchverlag Wolff 2010

www.kinderbuchverlagwolff.de

ISBN 978-3-938766-29-3
32 Seiten * 12,90 € * ab 04 Jahre

 

 

 

 

Im Vergleich merken wir, was richtig und was falsch ist. Wenn für Monster ein lautes Rülpsen und Pupsen das richtige Verhalten ist, so merken wir Leser, dass das für uns vielleicht nicht so gilt. Da gilt eher das AUFräumen von Kinderzimmern und das freundliche «Danke». Herrliche Bilder und eine direkte Gegenüberstellung Mensch-Monster erziehen uns ganz nebenbei ohne pädagogischen Zeigefinger.

Abgeräumte Kinderzimmer

«Kleine Monster haben mehr Platz als große …» meint Knirps. Auch sonst ist er ganz anders als die anderen Monster. Weder kann er richtig rülpsen noch ist er begabt im Zimmer unordentlich machen. Im Gegenteil: Alles steht an seinem Platz, total aufgeräumt, die Kleidung zusammengelegt, die Gummistiefel stehen auf einer alten Zeitung, das Bettzeug sorgfältig drapiert. «Megapeinlich» finden ihn die anderen, nicht einmal richtig Krach machen kann er, geschweige denn Autofahrer beschimpfen oder Müll auf die Straße zu werfen. Erst der Monsterpsychologe Dr. Yellowitsch kann helfen, wenn auch Knirps anschließend gar nicht weiß, warum die anderen plötzlich stolz auf ihn sind.

 

Kinder werden an der Umkehrung der guten Sitten («Knacke statt Knigge») ihre Freude haben. Oh ja, so ein Monster möchte ich auch sein! Aber bald merken auch die Kleinen, dass die Regeln hier wie dort irgendwie doch eingehalten werden müssen. Die Gegenüberstellung auf den letzten fünf Seiten macht das, wenn auch auf lustige Art, sehr deutlich.

 

Man merkt Marie Hübner den Spaß an, den sie beim Zeichnen der Monster gehabt hat. Viel Farbe auf dem Pinsel und die herrlichsten Fratzengesichter, ein Monster schaut (wie damals der Mohr im Struwwelpeter aus dem Tintenfass diesmal) aus einem Süßspeiseglas mit Namen «Monstrella». Bunt sind sie, haben drei oder mehr Augen, oft mit großen spitzen Zähnen und mit Krallen bestückt, Rüsselnase und Dornenrücken, Kopffüßler oder Krakenkörper.

 

Ein herrlicher Spaß mit Erziehungsauftrag im Kopf.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en