Robert Camenzind & Vanessa Riecke:
Rutzlibutz bei den Krokodilen

Zürich: Monster Salat 2010

www.monstersalad.com

ISBN 978-3-033-02500-4
32 Seiten * 13,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Rutzlibutz ist eine Hexe mit einem großen freundlichen Mund, großen freundlichen Augen und einem Kleid aus rotbraun-weißem Fischgrätmuster. Aus den Ärmeln und dem unteren Saum blitzt weiße Unterwäsche mit Zacken heraus. Diese Hexe kann nicht böse sein. Mit zwei Kindern besucht sie die fliegenden Krokodile in Polumba.

 

Zaubern

Die Eichhörnchen schenken Tee aus und verteilen Kekse. Die Tasse von Rutzlibutz schwebt über dem dicken Ast, auf dem Ernstli, Vreneli und die Hexe selbst am warmen Sommertag im Schatten sitzen. Es ist hitzefrei und viel zu heiß, um irgendetwas zu unternehmen. Doch Rutzlibutz weiß Rat. Wir fliegen ins Land, wo alles auf dem Kopf steht und die Vögel nach unten in den Himmel fliegen: ein eindrucksvolles Bild, auf dem die Drei von der linken Welt unten in die recht Welt oben auf dem langen Besen fliegen, eng aneinander geschmiegt nicht aus Angst, sondern weil sie sich mögen.

Nach der Landung (wir sehen die fremde Welt – leider – so wie unsere und müssen das Buch nicht umdrehen) gibt es einen kleinen aussichtslosen Kampf Krokodil gegen Rutzlibutz, danach einen Zauberspruch («Katzengold und Luftventil, fliegen kann das Krokodil!») und das Ganze endet mit einer neuen Fluglinie für die Krokodile und vor allem für die Einwohner von Polumba.

 

Vanessa Riecke zeichnet in Mischtechniken, allein Rutzlibutz erhält das oben beschriebene Fischgrät-Kleid als Collage. Viele kleine (oder größere) Ideen fließen in die oft doppelseitigen Bilder des querformatigen Buchs ein. Das Chamäleon ist weder im violetten Hintergrund noch im gelben Strand oder vor dem Himmel mit den blauen Streifen oder als Teil eines umgedrehten Krugs kaum auszumachen, Mäuse und Waschbär wippen auf dem Hexenbesen mit der Schildkröte als Kippstelle, die Einwohner von Polumba sind Kopffüßler, die besonders einfach, aber dennoch pfiffig «exotisch», tragen als Waffen neben Pfeil und Bogen diverse Geräte aus der Küche: Löffel (Spatenmuster), Gabel, Schneebesen, Honigheber.

 

Es gibt viel neben der eigentlichen Geschichte zu sehen und zu erzählen, und das ist gut so, denn Sprechen und Lesen sind Eigenschaften, die jeder können soll.

Der Autor hat diese (und andere) Geschichten seinen Kindern erzählt und der Tochter im Krankenhaus per Tonband geschickt, sodass sie erhalten blieben. Sein Sohn Stefan Camenzind hat sie nun zu Papier gebracht und Vanessa Riecke hat sie bebildert.

 

Das Buch ist einen Euro teurer als vergleichbare, dafür geht dieser eine Euro aber auch an ein Projekt, das Schulbücher für Afrika kauft. Da ist das Geld gut angelegt.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en