Kim Märkl & Ina Kohlschovsky:
Der Schlangenbeschwörer
Ein Märchen aus Indien

Aus dem Englischen von Ute Mihr

Zürich: Bohem Press 2010

www.bohem.ch

ISBN 978-3-85581-483-1
36 Seiten * 14,95 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Der Taj Mahal und die Hintergründe seiner Erbauung werden in eine Geschichte eingebaut, in der ein junger Schlangenbeschwörer sich wehren muss gegen schlimme Intrigen. Ohne die Hilfe von Jahanara, für deren Mutter Mumtaz Mahal später den Taj Mahal gebaut wird, würde der Junge schwer bestraft werden. Eine beigefügte CD schafft musikalisch den Rahmen für ein geheimnisvolles Indien, Sky du Mont spricht dazu den gedruckten Text.

Taj Mahal

Die CD ist in 16 Tracks unterteilt, Text und Musik halten sich die Waage. Mehrfach wird der Text mit der Musik, komponiert von Kim Märkl, unterlegt, die uns die fremde indische Welt der Maharadschas näher bringt.
Ein guter Beginn, sich mit dem Thema zu beschäftigen, ist in der Tat das Anhören der CD. Das Buch kann noch ein bisschen warten. So kennen wir bereits die Geschichte und haben uns eingehört in eine uns fremde Welt.

Wir befinden uns in Indien, lange bevor die Briten diese Gegend für ihr Empire in Anspruch nahmen. Das Kastenwesen ist allerdings existent. Der Maharadscha heißt Großmogul, in der Wirklichkeit der Geschichte Shah Jahan. Mehr als 20.000 Handwerker werden das 58 x 56 m große Mausoleum bauen, in dem zunächst seine Hauptfrau und später er selbst begraben wird.

Kein Wort zuvor im Buch. Wir kommen mit einem Jungen in die Geschichte, der mit 12 Jahren alt genug sein soll, um sich seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Was kann Shiba? Er spielt in der Nachfolge seines Vaters eine Art Flöte, die Pungi, um eine Kobra aus dem Korb tanzen zu lassen. Auf dem Basar wird der Junge schnell zu einer Attraktion und er wird sogar in den Palast eingeladen. Dort erwartet ihn eine Intrige, der er nur mit Hilfe der Maharani und ihrer Tochter entkommen kann. Dann kippt die Geschichte, der Junge wird unwichtig, und wir kümmern uns um den Herrscher und seine Trauer ob des Todes seiner Lieblingsfrau.

Bild und Text ergänzen sich hervorragend, das Luftige, Leichte, das wir mit Indien verbinden, spiegelt sich in den Bildern wieder. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der Kobra, die ihre Hautlappen spreizt, um besonders gefahrvoll zu wirken.

Ein schönes Märchen aus einer fremden Welt, das in ein noch heute zu besichtigendes Denkmal mündet, ist für kleine wie für Jugendliche und Erwachsene sehr geeignet.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en