Daniela Drescher:
Die kleine Elfe feiert Weihnachten

Stuttgart: Urachhaus 2010

www.geistesleben.com

ISBN 978-3-8251-7740-9
20 Seiten * 12,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Ein kleinformatiges und wenige Seiten umfassendes Buch bei handelsüblichem Preis, da müssen die Bilder aber besonders „schön“ und ausgefallen sein. In der Tat merkt man die Kritik beim Lesen und Anschauen nicht, bedauert vielleicht, dass der Weg der Elfe aus der Kälte in die Unterwelt der Zwerge etwas kurz ist. Dort wird (auch) Weihnachten gefeiert wie bei uns.

eingefrorene Flügel

Elfen sind zarte Wesen. Ein plötzlicher Wintereinbruch kann schon dazu führen, dass dies fragiles Geschöpf an den Rand des Todes kommt, wenn nicht bald Hilfe naht. Im kalten Blau und Weiß des Winters mit den dicken Schneeflocken und der schweren Schneelast auf den einzelnen Zweigen der Stauden, Kletten, langen Gräsern und dünnen Zweigen der Bäume wirkt das blasse Rot des langen, weiten Kleids mit dem stärkeren und etwas helleren Rot des Schals besonders heraus. Dann fällt uns auch die rote spitze Nase auf, die vom Frost geröteten Wangen und die eingefrorenen Flügel. Wie kann sie nur überleben in dieser Zeit, die über Nacht kam?

Das Rotkehlchen hilft ihr, die Eule. Dann trifft sie auch noch Flirr, den Zwerg, dem es noch schlechter zu gehen scheint. Das ruft ihre Hilfsbereitschaft auf den Plan, die später natürlich belohnt wird.

Flirr wollte nämlich dem Weihnachtsmann und seinem Esel entgegen gehen, verlief sich aber hoffnungslos und kannte nicht mehr den Weg zurück.

Dass es ein glückliches Ende geben wird, ist klar. Das Weihnachtsfest wird, wie es sich gehört, zu einem Fest mit möglichst vielen „Menschen“, die sich daran erinnern, dass es mehr gibt als das alltägliche Rennen und Hasten nach was-auch-immer.

 

Die Bilder zeigen viele Stärken von Daniela Drescher, Elfen, Zwerge und geheimnisvolle Wesen zu gestalten und mit menschlichen Attributen, auch Kleidung, zu bestücken. Das überspielt die kleinen Ungenauigkeiten bei Esel und Weihnachtsmann.

 

Alles in allem aber ein Weihnachtsbuch, wie es sein muss. Not, Elend, Hilfe und am Ende Glückseligkeit in heimeliger Wärme. Ein kräftiges Gelb in der Mitte, das nach außen hin immer mehr in ein warmes Orange geht und in die Erdfarbe einer Höhle, dazwischen der grüne Weihnachtsbaum mit dem Rot der Kleider und dem kleinen Mäuschen, das rote Johannisbeeren zum baldigen Verschenken bereithält – ja, so möchten wir es haben.

Fröhliche Weihnachten überall!

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en