Eitaro Oshima:
Der Tiger und die Katze

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe

Frankfurt: Moritz 2010

www.moritzverlag.de

ISBN 978-3-89565-219-6
32 Seiten * 13,95 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Es wird eine Fabel erzählt, die erklärt, warum Panther, Puma, Jaguar & Co hervorragende Baumkletterer sind, nicht aber der Tiger. Sehr schön, wie der viel größere Tiger den Anweisungen der Katze folgt, damit er selbst auch solch ein erfolgreicher Jäger wird. Und es gelingt! Aber wird sich auch der Lehrer darüber freuen, dass der Tiger nun ein genauso guter Jäger ist?

Herz Ass im Ärmel

Wenn sie nicht gerade für die Jagd üben, so sind Tiger und Katze vermenschlicht. Sie stehen auf zwei Beinen, tragen je einen Hausmantel. Die Pfoten sehen aus wie Hände in Fausthandschuhen, devot mit eingezogenen Krallen nach unten gedrückt. Keiner von beiden sieht auch nur annähernd gefährlich aus, obwohl uns klar sein müsste, dass ein Jäger mit einem erlegten Tier zurückkommen will, oder mit zwei Tieren.

Die Katze also gibt ihre drei Geheimnisse für eine erfolgreich Jagd preis, und der Tiger zeigt dreimal, dass er vor der Übung vollkommen unbeholfen ist, aber bereit ist zu lernen. Erstens Anschleichen. Das Ducken will gelernt sein, das Vermeiden von Grasrascheln bei Windstille, das gezielte Aufsetzen der Pfoten. Man mag beim Vorlesen dieser Passage kaum laut sprechen, so leise und aufmerksam sehen wir die beiden bei der Pirsch.

Noch lacht die Katze verstohlen beim Erstversuch des Tigers, extreme Schnelligkeit zu versuchen, und sie steht steif und still, als der Tiger beim ersten Sprung aus großer Höhe prompt sehr schmerzhaft auf seinem Po landet. Man kann über den Tiger wirklich lächeln, aber über seinen Ehrgeiz, es wirklich zu schaffen, gibt es nichts zu deuteln. Und dass er es schaffte, zu einem gefährlichen Jäger zu werden, erfahren wir gegen Ende der Geschichte. Aber die Katze erfährt das auch.

Gut, wenn man immer noch mal ein zusätzliches Ass im Ärmel hat.

Das letzte Bild ist so „hoch“, dass es quer zum Querformat gedruckt werden musste – ein nette kleine Zugabe zu einem herausragenden Buch.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en