Thé Tjong-Khing:
Geburtstags mit Torte

Frankfurt: Moritz 2010

www.moritzverlag.de

ISBN 978-3-89565-222-6
28 Seiten * 12,95€ * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Auslöser der vielen Geschichten, die fast gleichzeitig, zum Teil unabhängig voneinander geschehen, ist ein unbekanntes Insekt, das nicht mit einer Fliegenklatsche erschlagen werden will. Der Geburtstagskuchen wird ein ums andere Mal zerstört, aber ein Küchlein bleibt, und alle habe etwas geschaffen. – Soooo viel zu gucken und hin und her zu blättern!

gleichzeitig

Es handeln Tiere in Menschenkleidung. Ort der Handlung ist eine leicht abschüssige Wiese zwischen Waldrand und Teich im zweiten Wald weiter rechts. Mindestens dreizehn Einzelgeschichten, zum Teil ineinander verwoben, jede zu Beginn undeutlich, werden erzählt, ohne dass ein Wort geschrieben steht. Weil sie sich je anders entwickeln, muss man immer wieder zurückblättern, nachdem man eine andere verfolgte.
Schauen wir zunächst auf die Frau auf dem Dach des kleinen Hauses mit der oben gerundeten Tür. Im Schmutztitel sieht man, wie sie nach oben hinten schaut, einen Arm mit der Fliegenklatsche erhoben. Was dann passiert, löst eine Kette von Handlungen aus, die wir erst nach und nach entschlüsseln können. Tragische Gestalt ist dabei der Ehemann, der ganz zu Beginn der fertigen Torte das i-Tüpfelchen geben will, aber dann ist die ganze bisherige Konditor-Arbeit umsonst. In der großen Torte steckt der Stuhl seiner Ehefrau, der offensichtlich herunter fiel, als sie nach dem Insekt schlug.

Aber er lässt sich nicht entmutigen. Immer wieder beginnt er neu, die offensichtlich wichtige Torte zu backen. Und immer wieder wird sie zerstört: ein Fußball, ein Erdtunnel, wieder seine Frau, aber am Schluss hat er es geschafft, auch wenn die Torte zu einem Törtchen wurde.

Die anderen Geschichten schaue man sich gefälligst selbst an, angefangen von einem Chamäleon über eine Pudeldame, einem Knippsfotografen, den vielen Kindern, den Bildern, dem Dachs, den kleinen Ratten, dem Schaf …

 

Eine hervorragende Idee, die nun schon im dritten Buch hält. Nach „Die Torte ist weg“ und „Picknick mit Torte“ ist der „Geburtstag mit Torte“ das dritte Buch, das mit der gleichen Art daherkommt – und ist immer noch nicht langweilig.

Es gibt so viel zu erzählen beim Anschauen, so viel gegenseitige Aufmerksam zu erbitten, dass es eine wahre Freude ist, wie die Kindergartenkinder, die Enkel oder die eigenen Kinder mit den Erwachsenen reden. Jeder findet noch etwas, vermutet Motive der Handlungen, berichtigt sich. Nicht nur das Buch ist „lebendig“, die Gruppe der Betrachter noch viel mehr.

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en