José Pons:
Magritte


Berlin: Jacoby & Stuart 2010

www.jacobystuart.de

978-3-941787-04-9
20 Doppelseiten * pop-up * 29,95 € * nicht für Kinder

 

 

18 Bilder von René Magritte sind auf zwölf Blättern dargestellt, die zumeist doppelt sind, denn dazwischen sind geheime Bilder, die wir durch Ziehen, Drehen, Schieben zur Sicht bringen. Ein sehr aufwendig hergestelltes und zugleich sehr vorsichtig zu behandelndes Buch, mit dem selbst Erwachsenen schnell kleine Unglücke passieren können, denn leichtgängig sind die Bilder nicht zur Entfaltung zu bringen.

Surrealismus an der Oberfläche

Ein teures Buch ist es, das den Preis wegen der aufwendigen Produktion sicher wert ist, aber man hat das Gefühl, dass das Thema und die Darbietung nicht zusammen passen wollen. Der Belgier René Magritte ist und war Symbolfigur des Surrealismus. Wenn man das Wort wörtlich nimmt, so ist die Idee wirklich gut, unter oder hinter das zu schauen, was wir „Realismus“ nennen.

Aber genau das findet nicht statt. Wir schauen nicht hinter die Kulissen. Stattdessen bauen wir die Bilder auf, indem wir an Pappstreifen ziehen oder kräftig aber zugleich vorsichtig umblättern oder ein Innenblatt aus zwei Seiten herausziehen. Da hakelt es schon mal ein bisschen, und wir dürfen nicht ungeduldig werden, sonst zerknicken oder zerreißen wir die Kunstwerke – unumkehrbar.

 

Für wen also ist das Buch zu empfehlen? Kinderhänden wegen der Schwergängigkeit und der Zerstörungsgefahr nicht. Erwachsenen oder Jugendlichen auch nicht, denn die Bilder bedürfen dieser Art der Darbietung überhaupt nicht, sie geben ihnen keine weitere Dimension. Man hat den Eindruck, dass die Methode sich selbst feiert, und den Bildern damit eher schadet als dass sie ihnen nützt.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en