Rafik Schami & Wolf Erlbruch:
Das ist kein Papagei!

München: Hanser 2010
www.hanser.de

ISBN 978-3-446-20862-9
32 Seiten * 12,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Die Eltern streiten sich. Sie will keinen Hund, er will keine Katze. Holen sie sich halt einen Papagei, der kann so schön sprechen lernen. Doch genau das tut er nicht, und die Tochter kommt einfach nicht zu Wort. Dabei ist alles ganz einfach.

Auf mich hört wieder keiner

Papa sitzt im Sessel und strickt einen Schal. Mama sitzt im anderen Sessel und liest Zeitung. Im Hintergrund an der Wand das Bild eines Rennpferdes. Die Eltern unterhalten sich, Lina hört ihnen zu. „Wir haben alles, doch etwas fehlt uns noch.“, hört Lina. Da die Eltern sich weder auf Hund noch auf Katze einigen können, begeben sich beide in die Zoohandlung und lassen sich beraten. Der Papagei scheint alles zu haben, was die beiden möchten. Auf dem Heimweg noch schnell das Buch mit dem Reimtitel „So spricht Ihr Papagei einwandfrei“ gekauft – jetzt wird ihnen nichts mehr fehlen.

Doch leider will der Papagei weder von Mama lernen zu sprechen, noch von Papa. Beide sind genervt und wollen ihn umtauschen, lassen sich noch einmal vom Zoohändler überreden, ihm doch noch eine Chance zu geben. Lina weiß da schon längst mehr, denn immer wieder sagt sie, dass dies gar kein Papagei sei, aber immer noch hören die Eltern nicht auf sie. Das macht dann zu Hause der Vogel – und spricht von da an nicht nur, er zeigt, dass er noch viel mehr kann.

 

Das Buch ist nach 16 Jahren neu aufgelegt – und hat nichts von seinem Charme eingebüßt. Erlbruch zeichnet die Eltern so, wie sich die „Alternativen“ damals längst uniformierten: Dufflecoat, farbige Strumpfhose und „legwarmer“ für sie, er im Strickpullover und gemusterter zu langer Hose, mit langem Schal und mit Brille mit sehr kleinen runden Gläsern. Viele Bilder haben keinen Hintergrund, die Figuren gezeichnet, ausgeschnitten und aufgeklebt, die anderen sind rechtwinklig, aber meist nicht rechteckig geschnitten. Lina hat weit auseinander stehende Augen und einen ganz breiten Mund, die roten Haare lassen sich kaum bändigen und der Ausdruck ist – trotz ihrer Zurückhaltung – eher frech und sehr sympathisch.

So wie die ganze Geschichte.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en