Alain Serres & Bruno Heitz:
Herr Schrecklich

Aus dem Französischen von Susanne Bayer

Baar (CH): aracari 2010

www.aracari.ch

ISBN 978-3-905945-04-1
32 Seiten * 15,50 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Warum nur ist jemand so böse, dass man glauben muss, er sei es „durch und durch“? Ein schwarzes Gesicht, die Augenbraue zornig, der Mund leicht geöffnet und die Doppelreihe Zähne mit den schwarzen Lücken in Richtung von vier jungen Wölfen, die darob blass, also grau daherkommen und bedröppelt gucken wie eine kleine Gruppe Lämmer: Herr Schrecklich ist ein Wolf, vor dem JEDER Angst haben muss.

Bunt ist schön

„Herr Schrecklich war …“ beginnt der Text, und wir erfahren, dass ALLE Angst vor ihm hatten, Spinnen, Fledermäuse, der Doktor, der Briefträger, die Polizei. Egal, welches Tier, egal welcher Beruf. Alle haben Angst vor ihm. Besonders aber seine Frau, die es längst bedauert, ihn jemals geheiratet zu haben und die vier Kinder mit ihm hat: Drei Söhne und eine Tochter. Die sind es auch, die heraus finden, dass der Schwarze gar nicht schwarz ist, sondern im Gegenteil sehr bunt.

Wie ein ehemaliger Raucher anschließend alle Raucher verdammt, so ging es auch dem bunten Wolf, der so viel lieber ganz schwarz wäre. Doch weder der Maler noch der Doktor oder der Händler können ihm helfen. Dabei muss ihm gar nicht geholfen werden, denn bunt ist schön – und alles endet ebenso.

 

Farben wirken besonders, wenn sie schwarz umrandet sind. Bruno Heitz umrandet alle Flächen mit dicker schwarzer Linie, sodass sogar Grau stark aus der Umgebung heraus fällt. Entsprechend einfarbig werden die Hintergründe gestaltet, bilden eine ganze Einheit oder drängen sich in eine andere Farbe hinein. Entweder wird flächig gearbeitet oder Horizonte mit dickem Strich gekennzeichnet, oft zugleich farbig unterschieden. Das Thema in der Geschichte lebt in der Darstellung der Geschichte fort. Die Farben sind glatt und zeigen keinen Pinselstrich. Umso deutlicher wird der Kontrast, der sich am Ende doch zu einer schönen Harmonie auflöst.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en