Peter Schössow:
Mein erstes Auto war rot

München: Hanser 2010

www.hanser.de

ISBN 978-3-446-23593-9
48 Seiten * 14,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Opas altes Tretauto ist Inhalt des Buches, die Restauration und die lange und ausgesprochen aufregende Jungfernfahrt mit dem Jungen und seinem kleinen Bruder. Gut, dass bei all den Möglichkeiten kein echtes Unheil passiert und Kinder wie Auto heil bleiben. Eine gute Idee, die Geschichte von Verkehrszeichen begleiten zu lassen.

Verkehrserziehung

Der kleine Bruder heißt Cornelius. Er ist neben dem Ich-Erzähler, einem Jungen von vielleicht sechs Jahren, der einzige Mensch, den Peter Schössow zeichnet, obwohl der Text viel von Opa spricht und von Onkel Ludwig und von Mama, aber die scheint bei ihrem Telefongespräch nicht sonderlich interessiert, was ihren beiden Söhnen widerfahren ist. Dabei sollte sie sich kümmern, denn das war nicht ganz ungefährlich. Das alte Tretauto wird von Opa und dem Jungen vollständig auseinandergenommen. Es wird „gehämmert, geschliffen, gespachtelt, gestrichen, gebohrt und geschraubt, geschmiert und geölt, gepolstert und getackert“. Dabei ist Opa nie zu sehen, stattdessen aber der kleine Bruder in seinem Kindersulky und dem Schnuller im Mund, der ihn lange Zeit sprachlos macht.

 

Die Bilder sind mit großem Können dem Computer entlockt und zu hohem Wiedererkennungswert gestaltet. Den Hintergrund bilden je Zusatzbilder wie hinter einem Schleier. An der Werkstattwand hängen Schilder aus der Welt des Motorrennsports, aber auch auf einige Vorlieben(?) des Autors (Help von den Beatles, Vertigo von Hitchcock, FC St. Pauli) wird hingewiesen. Die anderen Schilder begleiten den integrierten Text und kommen aus der Welt des Verkehrs (mit wenigen witzigen Verballhornungen). Die Fahrt der beiden Jungen mit ihrem Auto nimmt durch ihre Vervielfachung in einem Bild an Fahrt und Geschwindigkeit auf, besonders, weil sie mit unterschiedlicher Farbintensität dargestellt sind und sich von links nach rechts bewegen und mehrfach den Bodenkontakt verlieren.

 

Natürlich ist es nur eine Geschichte. Das Leben mit einem Tretauto ist und war nur in der Erinnerung voller Schwung und Abenteuer. In Wirklichkeit verbog sich das Gestänge, kratzte man sich die Knie an der scharfen Kante auf, schliffen die bald schief stehenden Räder am Gehäuse. Aber es ist eine schöne Geschichte, denn so wollen wir auch die Erinnerung haben.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en