Anne Bernhardi & Birgit Fricke:
Die Kelten
Verborgene Welt der Barden und Druiden

Hildesheim: Gerstenberg 2010

www.gerstenberg-verlag.de

ISBN 978-3-8369-5323-8
128 Seiten * 22,95 € * ab 12 Jahre

 

 

 

 

Ob es sich bei den Kelten um „ein Volk“ gehandelt hat, bezweifelt auch die Autorin. Und obwohl die Quellen eher dürftig sind, wagen sie und die Illustratorin ein Annäherung an die verschiedenen Stämme, die wir „Kelten“ nennen, weil sie die Minimalforderung erfüllen: eine gemeinsame oder wenigstens ähnliche Sprache. Schriftliches gibt es kaum, und so bleibt Vieles Spekulation. Interessant ist es dennoch.

Eire, Cymru u. a.

Das Siedlungsgebiet reicht von Spanien bis Nordschottland, von der Bretagne bis nach Ankara. Archäologische Funde in Gräbern bei Hallstatt in Nord-Österreich und bei Zürich datierten eine keltische Kultur zwischen dem 8. und 4. Jahrhundert und dem 5. Jahrhundert bis ca. 50 vor Christi, Blütezeit des keltischen Kunsthandwerks.

Birgit Fricke gliedert ihre Sicht in 7 Kapitel, erzählt von starken Frauen und mächtigen Männern, von Sängern und Sehern, von Kleidung und dem Schmuck, vom Dorf und den Feldern, von Nutz- und Statustieren, von der religiösen Welt und dem Jenseits, von den Feen und Kobolden.

Die Zeittafel reicht von ca. 700 v Chr bis zur Christianisierung durch Patrick 432 n Chr, das Glossar beginnt mit einigen Aussprache-Regeln und umfasst dann 4 Seiten, gefolgt vom Quellennachweis, Serviceteil und Register. Das Buch ist nicht nur lesenswerte Geschichte, sondern auch Nachschlagewerk.

 

Jedes Kapitel wird durch ein doppelseitiges Bild eingeleitet, die Seiten werden von keltischen Mustern in je anderen Farben gehalten. Die einzelnen Bilder nehmen große Teile der Seiten ein. Vorherrschende Farbe ist Braun, die Männer strotzen nur so vor Selbstbewusstsein, das sich an der Haar- und Barttracht festmachen lässt. Die Frauen bändigen ihre vielen und langen Haare durch gehäkelte Haarbeutel, Kopfringe, Zöpfe oder flechten sie kunstvoll, die Tuniken oder Peplos (ärmelloses Übergewand) werden durch Gürtel geformt.

Eine Landwirtschaft, die genügend Getreide erwirtschaftete, konnte sogar für die Versorgung einer Kleinstadt sorgen (vom Dorf zum Oppidum), Tiere zogen den Pflug, Trensen und Räder wurden von Archäologen gefunden, Schwerter , Schaufeln, Sensen und Sicheln sowie Pfeilspitzen lassen auf den Gebrauch von Holzmeiler und der Verhüttung von Eisen schließen.

Auch wenn der Text nicht wissenschaftlich abgefasst ist, so erfordert er doch sowohl eine gewisse Lesefähigkeit wie auch Lesewillen. Geschichtliche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, aber es schadet nichts, wenn man etwas mit Caesar oder Vercingetorix anfangen kann.

Lesemotivation bieten sowohl der Schreibstil als auch die vielen Bilder, die Themen wecken in Jugendlichen, auch wenn sie kein oder wenig geschichtliches Interesse haben, durchaus Neugier.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en