Susanne Straßer:
Das Märchen von der Prinzessin,
die unbedingt in einem Märchen vorkommen wollte

Rostock: Hinstorff 2010

www.hinstorff.de 

ISBN 978-3-356-01390-0
40 Seiten * 14,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Sieben (!) Ideen hat unsere Prinzessin aus dem ganz kleinen Königreich, um ins Märchen zu kommen, aber alle Märchenposten sind bereits besetzt: Frosch, Wolf, Haar aus dem Turm usw. Das hindert die Erzählung aber nicht, dass sie immerhin einen Prinzen findet, und das ist ja auch schon märchenhaft.

Prinz ohne Erbse

Alles geht schief, obwohl Prinzessin des sehr kleinen Königreichs es doch so gern möchte, in einem Märchen vorkommen, nämlich, aber die Positionen sind längst besetzt, und eine neue fällt ihr nicht ein. Die alten (es sind immerhin sieben – nach drei die andere und vielleicht noch wichtigere Zahl) Märchen kennen schon das Fröscheküssen (bah, Mundgeruch), das Verschlingenlassen vom Wolf (zu gefährlich), das Haar herunterlassen vom Turm (Perücken sind haltbarer als eigenes Haar, aber hier klettern Pferde besser als Prinzen), das Spindelstechen und 100 Tage Schlaf (mehr geht wirklich nicht), das Hausaufessen und die Tierpyramide mit Gesang und auch das Schuhvergessen auf der Treppe, was sich als echter Stolperstein erweist.

Jeder der sieben Versuche erhält zwei Doppelseiten, die uns die kleine Prinzessin zwar sympathischer machen, ihr aber keine Erfolge bescheren. Das Glück kommt aber dennoch, am Schluss natürlich erst.

Freche Bilder zeigen eine freche Prinzessin, ein großes Pferd, das sich am heruntergelassenen Perückenhaar Biss um Biss nach oben hangelt und von da die anderen Tiere, Menschen, Puppen der Prinzessin begleitet. Dazu kommen Schafe, Spielpferd, Jackofthebox, ein kleiner Narr mit Schellenkappe als immer wiederkehrende Figur. Für die Erwachsenen versteckt Susanne Straßer auch noch einige Kleinigkeiten (Brezel, Dinosaurier, Fliegenklatsche, Trapezkünstler, Wolfsteckenpferd, Theaterbühne, Fressnapf für den treuen „Heinrich“, Fudjijama und Zwiebelturm.

Ein schönes Buch für Kinder, wenn sie denn die angedeuteten Märchen kennen. Das ist Voraussetzung damit sich Lese- und Anschauvergnügen einstellt. Dann aber gern.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en