Friederike Rave:
Der Fuchs, die Hühner und das Wurstbrot

mit Code für das Hörbuch aus dem Internet

Zürich: Nord-Süd 2010

www.nord-sued.com

ISBN 978-3-314-01756-8
28 Seiten * 12,95 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Ein Fuchs, der sich schlau wähnt, Hühner, die sich schlau benehmen, dazwischen ein Hahn und eine Grippe-Epidemie und alles zusammen ergibt eine schöne kleine Geschichte, zu der die Autorin auch noch entsprechende Bilder zeichnete.

schlauer (?) Fuchs

Als wiederkehrendes Wesen erleben wir ein weißes Malerhuhn, das mit dem Pinsel Wände streicht, mit der Rolle oder mit Spray oder mit der Walze, das weiße Tapeten oder Vorhänge ausrollt und anbringt. Das hat offensichtlich keine weitere Funktion, als immer anwesend zu sein, den Lauf der Geschichte irgendwie aufzuhalten. Die Nachttischlampe des kleinen Fuchses in Form einer weißen Gans gerät hier in ähnlicher Funktion ein bisschen in den Hintergrund.

Worum dreht es sich? Der Fuchs hat Hunger, und der Speiseplan der Füchse sagt unter anderem: Hühner. Also begibt sich unser Kleiner in den Hühnerstall und – wie kann man nur so naiv sein – fragt doch tatsächlich nach einem Huhn zum Fressen. Eins nur. Bitte. Ach so, sind alle erkältet zurzeit. Na gut. Muss ich halt warten. Und grienen tut er auch noch, der kleine Blödmann. Hühnerfrikassee wolle er machen, sagt er. Um eine kleine Aushilfe bittet er – als fragt man beim Nachbarn um eine Tasse Milch oder um etwas Salz nach. „Was ist nun – bekomme ich ein Huhn?“ „Komm rein und setzt dich doch erst mal zu uns.“ Fuchs auf der Hühnerleiter, von allen Seiten angeniest, mit Tropfen aus der Nase bedacht. Na, das sind vielleicht Bilder! So ist der Fuchs denn auch sehr froh, als ihn die Hühner entlassen und sogar versprechen, sich zu melden, wenn sie wieder gesund sind. Ja, wie doof darf man sein? Lächelt auch noch naiv dazu, der kleine Fuchs, und hebt zum Gruß eine Pfote.

 

Dass er natürlich kein Huhn zum Fressen erhält, ist ja klar, dass er dennoch aber nicht zu hungern braucht, verrät der Titel des Buches, auch wenn er sich über die näheren Umstände ausschweigt. Wir auch.

 

Die Bilder verraten mehr als der Text. Alles ein abgekartetes Spiel mit dem Hahn als Majordomus, der den jungen Fuchs einwickelt, den Hühnern ihre Rolle zuordnet. Hühner mit Schal, viele mit deutlicher „Eierlegöffnung“, als sei das ihre Bestimmung.

 

Friederike Rave gelingt der Balanceakt zwischen naiver und hintergründiger Zeichnung, und sie legt beides in die Gesichter von Huhn und Fuchs. Sehr witzig, auch wenn man eventuell etwas braucht, um den Humor zu verstehen.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en